Ärzte Zeitung, 17.05.2005

Neuer Impfstoff schützt vor Genitalwarzen

Auch Präkanzerosen werden verhindert /  Drei Injektionen bringen stabile Immunantwort auch nach drei Jahren

VANCOUVER (gvg). Genitalwarzen und Vorstufen des Gebärmutterhalskarzinoms können durch einen Impfstoff gegen das humane Papillomavirus (HPV) wirksam verhindert werden. Die Vakzine schützt nach Studiendaten nahezu vollständig vor vier HPV-Typen. Zwei davon verursachen etwa 70 Prozent aller Zervix-Karzinome, zwei sind die Hauptauslöser von Genitalwarzen.

Drei-Jahres-Daten zu der Vakzine aus einer randomisierten, kontrollierten Phase-II-Studie hat Dr. Louisa Villa aus Brasilien auf der 22. Internationalen Papillomavirus-Konferenz in Vancouver in Kanada präsentiert. In der Untersuchung wurde die Wirksamkeit des HPV-Impfstoffs Gardasil™ des Unternehmens Sanofi-Pasteur-MSD mit Placeboinjektionen verglichen (wir berichteten). Der Impfstoff immunisiert gegen die beiden kanzerogenen HPV-Varianten 16 und 18 sowie gegen HPV 6 und 11, den häufigsten Erregern von Genitalwarzen, die bei einem Prozent der Bevölkerung vorliegen.

      Der Impfstoff immunisiert auch gegen die Varianten
HPV 16 und 18.
   

Der kombinierte Endpunkt der Studie mit insgesamt 552 Frauen zwischen 16 und 23 Jahren vereinte das Auftreten von zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN), die als Krebsvorstufen gelten, außerdem das Auftreten von Genitalwarzen sowie einen einmaligen oder persistierenden Nachweis von HPV-DNA in der Vagina. In insgesamt drei Jahren wurde dieser Endpunkt in der Placebogruppe 36mal erreicht, in der Verumgruppe nur viermal.

Würden nur die beiden klinischen Befunde Genitalwarzen und CIN betrachtet, so liege die Effektivität der Vakzine sogar bei 100 Prozent, wie Villa in Vancouver sagte. "Es gab in der Verumgruppe keinen einzigen Fall von Genitalwarzen oder CIN", so die Ärztin. Sie betonte allerdings, daß gerade zur Beurteilung der Effektivität gegen CIN längerfristige Daten erforderlich seien. Es ist deswegen ein weiteres Follow up nach fünf Jahren vorgesehen. Schmerzen an der Einstichstelle waren in der Verumgruppe geringfügig häufiger.

Bei den schweren unerwünschten Wirkungen gab es keinen Unterschied zu Placebo.

Erste Daten aus einer der beiden laufenden Phase III-Studien mit Gardasil™ werden noch im Mai erwartet. Bereits Ende des Jahres möchten die Hersteller den Zulassungsantrag einreichen.

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