Ärzte Zeitung, 01.06.2005

Gesäßimplantate, Megabusen und Waschbrettbauch

Trends der Schönheitschirurgie

LINDAU (dpa). Eine "Revolution in der Schönheitschirurgie" beobachtet Professor Werner Mang, Chef der Bodenseeklinik für plastische und ästhetische Chirurgie in Lindau. Nicht nur seien die Patienten immer jünger, inzwischen wollten auch immer mehr Männer eine Schönheitsoperation, sagt er in einem dpa-Gespräch.

Bis zum Jahr 2002 habe die Altersstrukturierung bei Schönheitsoperationen zwischen 20 und 60 Jahren gelegen. Doch inzwischen habe sich der Altersgipfel auf zwischen zwölf und 80 Jahren verschoben.

Mang: "Es ist keine Seltenheit, daß heute zwölfjährige Mädchen in die Sprechstunde kommen und darüber klagen, daß sie sich mit ihrer Nase oder ihrem Busen nicht wohl fühlen. Ebenfalls ist es keine Seltenheit, daß heute Frauen mit 80 Jahren ein Facelift wollen oder gar einen straffen Busen."

Auch die Wünsche würden "abstruser". So werden etwa Gesäßimplantate gewünscht ("ein Po wie Jennifer Lopez") oder Megaimplantate für die Brust ("Busen wie Dolly Buster"). Selbst Rippen wollten sich Frauen herausschneiden lassen, um eine ganz dünne Taille zu haben. "Diese Wünsche erfüllt ein seriöser, plastischer Chirurg nicht, sondern hier sollte eher ein Psychologe hinzugezogen werden", betont Mang.

Außerdem hätten es die Schönheitschirurgen nicht mehr nur mit Frauen zu tun. "Die Männer sind absolut auf dem Vormarsch. Bei unseren Untersuchungen kann man feststellen, daß im Jahr 1980 der Anteil an Männern bei etwa fünf Prozent lag, im Jahr 1990 bei 9,5 Prozent und im Jahr 2005 bereits bei 20 Prozent", berichtet der Chirurg.

"Das heißt, jeder fünfte, der heute verschönert wird, ist ein Mann, Tendenz steigend." Bei Männern sei "der absoluter Renner" der Wunsch nach einem Waschbrettbauch: "Jeder Mann ab 45 möchte auch in der Badehose gut aussehen und keinen Rettungsring haben." An zweiter Stelle stehen Tränensackoperationen.

Die Schönheitschirurgie boomt, wie Mang sagt. "Im Jahr 2005 wird es über eine Million schönheitschirurgische Eingriffe geben, das heißt über 200 000 Operationen an Männern."

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