Ärzte Zeitung, 05.10.2005

Sonder-Sprechstunde klärt Teenager über Prävention auf

Initiative aus Rheinland-Pfalz will Mädchen-Sprechstunde bundesweit etablieren 

MAINZ (ag). Für die Einrichtung von Sprechstunden speziell für Mädchen und junge Frauen engagieren sich die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz sowie die Landesverbände des Berufsverbandes der Frauenärzte Rheinland-Pfalz und Saarland.

Aufklärung und Prävention stehen in der sogenannten Mädchen-Sprechstunde an erster Stelle. Foto: Ärztekammer Rheinland-Pfalz

Schon seit längerem gibt es das regionale Aufklärungs-Präventionsprojekt in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Nun soll die Aktion auch bundesweit bekannt gemacht werden. Die Initiative Mädchen-Sprechstunde ist ein Engagement der Grünenthal GmbH, wissenschaftlich unterstützt von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e. V.

Die Initiative unterstützt Gynäkologen dabei, sich als kompetente und zuverlässige Ansprechpartner für junge Mädchen zu etablieren - vor allem durch spezielle Gesprächsangebote.

"Aufklärung von kompetenter Seite ist dringend notwendig! Denn obwohl Mädchen und Jungen heute viel früher geschlechtsreif sind und sexuelle Beziehungen eingehen, wissen die meisten viel zu wenig über ihren eigenen Körper", sagt Ärztekammer-Präsident Professor  Frieder Hessenauer. Dort setzt die Initiative an.

Durch Aufklärung soll unter anderen auch die Zahl der ungewollten Schwangerschaften bei Minderjährigen verringert werden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden in Deutschland 2003 über 14 000 Schwangerschaften von Minderjährigen erfaßt, von denen über die Hälfte abgebrochen worden sind.

"Hier müssen wir helfen, damit nicht mehr so erschreckend viele Teenager schwanger werden", appelliert Dr. Werner Harlfinger, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Berufsverbandes der Frauenärzte, an seine Kollegen. Wie die Mädchen-Sprechstunde konkret in der Praxis aussieht, bleibt den niedergelassenen Ärzten überlassen - ob als wöchentliche Spezialsprechstunden für Mädchen oder Info-Nachmittage für Gruppen in der Praxis.

Entscheidend ist: Die Info-Gespräche sind nicht zwangsläufig an eine gynäkologische Untersuchung gekoppelt. Mädchen sollen den Besuch beim Frauenarzt als Präventions-Angebot nutzen können.

Mehr zum Thema im Internet unter www.maedchensprechstunde.de oder per Telefon unter 06131/28822-25.

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