Ärzte Zeitung, 10.04.2006

KOMMENTAR

Bei Striae lohnt Frage nach Inkontinenz

Von Gabriele Wagner

Hand aufs Herz: Wer denkt bei Patientinnen mit Schwangerschaftsstreifen sofort an Harn- und Stuhlinkontinenz? Doch das Denken daran lohnt sich.

Denn Dehnungsstreifen auf Bauch, Po, Oberschenkeln und auch Brust nach einer Schwangerschaft sind Zeichen einer Bindegewebsschwäche. Eine solche Schwäche betrifft natürlich auch den Halteapparat der Gebärmutter und den Beckenboden - und Beckenbodenschwäche und Uterusprolaps sind Ursachen von Inkontinenz.

Nach Daten einer neuen US-amerikanischen Studie ist das Risiko, einen Uterusprolaps zu bekommen, bei Frauen mit Schwangerschaftsstreifen dreifach erhöht im Vergleich zu Frauen ohne Striae.

Untersucht man Patientinnen und bemerkt dabei Schwangerschaftsstreifen, kann man das - unter Verweis auf die aktuelle Studie - zum Anlaß nehmen, nach Harn- oder Stuhlinkontinenz zu fragen. Denn Frauen scheuen sich bekanntermaßen oft, von sich aus das Tabuthema Inkontinenz anzusprechen.

Betroffenen kann man auch Therapie-Optionen anbieten: Bei Beckenbodenschwäche nützt oft ein gezieltes Training; bei Prolaps sind Gynäkologen gefragt.

Und selbst wenn Frauen mit Striae keine Inkontinenzprobleme haben, kann man sie mit Hinweis auf ihre offensichtliche Bindegewebsschwäche ermuntern, Beckenboden-Training zu machen. Damit können Betroffene einer Inkontinenz gezielt vorbeugen.

Lesen Sie dazu auch:
Bei Striae ist das Risiko für Uterus-Prolaps erhöht

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