Ärzte Zeitung, 19.02.2007

Smarter Schrittmacher für die Harnblase

SAN FRANCISCO (mut). US-Forscher haben einen Blasenschrittmacher entwickelt, mit dem sich der Harnfluss gezielt steuern lässt. Nach ersten erfolgreichen Tierstudien soll er jetzt bei Menschen geprüft werden.

Der Schrittmacher könnte es Querschnittgelähmten und Menschen mit neurologischen Störungen ermöglichen, ihre Blasenfunktion wieder weitgehend zu kontrollieren. Sie könnten damit nicht nur auf Wunsch ihre Blase entleeren, sondern auch in der übrigen Zeit kontinent bleiben, hat Professor Warren Grill von der Duke-Universität in Durham auf einem Kongress in San Francisco berichtet. Der Schrittmacher steuert dabei nicht direkt die Blasenmuskulatur an - damit lässt sich nur eine Kontraktion der Blase erreichen - vielmehr beeinflusst er die sensorischen Nervenfasern, welche die Blasenfunktion regulieren.

Werden die Fasern mit einer Frequenz von 30 bis 40 Pulsen pro Sekunde gereizt, wird die Blase entleert. Eine niedrigere Frequenz blockiert hingegen ungewollte Kontraktionen der Blasenmuskeln. In Tierversuchen mit Katzen erhöhte sich so das Fassungsvermögen der Blase um 60 bis 110 Prozent. Die Forscher wollen den Schrittmacher jetzt bei Patienten in klinischen Studien testen.

Topics
Schlagworte
Gynäkologie (5497)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »