Ärzte Zeitung, 23.03.2007

Drei Millionen Deutsche haben Harninkontinenz

BERLIN (dpa). In Deutschland haben nach den Erkenntnissen von Fachärzten etwa drei Millionen Menschen eine Harninkontinenz. Dabei sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen.

Der Hauptanteil der Betroffenen sind Frauen mit 2,6 Millionen; bei den Männern sind es etwa 400 000. Darauf wies der Präsident der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU), Professor Udo Jonas, zum Auftakt der europäischen Urologentagung in Berlin hin. Frauen über 65 Jahren seien dabei besonders häufig betroffen.

"Trotz der eingeschränkten Lebensqualität gehen viele Frauen jedoch erst spät zum Arzt", sagte der Urologe. "Alles unterhalb der Gürtellinie ist noch immer Tabu, da wollen viele nicht drüber reden." Dabei könne den Betroffenen meist durch Medikamente oder eine Operation gut geholfen werden, sagte Jonas.

Bekanntlich wird Inkontinenz bei Frauen häufig durch Schwangerschaften und die damit verbundene Schwächung des Beckenbodens verursacht. Eine Empfehlung von Spezialisten ist, dass besonders auch Hausärzte Frauen auf eine mögliche Harninkontinenz ansprechen. Etwa, ob unwillkürlich Urin beim Husten oder Heben abgeht, oder ob sich jemand wegen Harndrangs kaum noch aus dem Haus traut.

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