Ärzte Zeitung online, 09.10.2008

Immer mehr Frühgeburten - Universität Münster startet Therapie-Studie

MÜNSTER (dpa) - Die Zahl der Frühgeburten in Deutschland ist gestiegen. "In den letzten 30 Jahren sind in der westlichen Welt die Frühgeburten um ungefähr 30 Prozent angestiegen", sagte der Leiter des Bereichs Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster, Professor Walter Klockenbusch, am Mittwoch.

Derzeit würden bundesweit rund zehn Prozent aller Babys vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren und gelten somit als Frühgeburt.

Ein Grund seien mehr Geburten von Zwillingen und Drillingen infolge künstlicher Befruchtungen, sagte Klockenbusch. Diese Kinder kommen häufig vor dem normalen Geburtstermin nach rund 40 Wochen Schwangerschaft auf die Welt. Zudem hätten gebe es immer mehr Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes und starkem Übergewicht. Dies führe häufig zu Komplikationen, so dass die Babys allein aus medizinischen Gründen zum Beispiel durch einen Kaiserschnitt früher auf die Welt kämen.

Die Uniklinik startet jetzt eine Studie zum Thema Frühgeburten. Dabei werden Schwangere mit dem körpereigenen Hormon Progesteron behandelt, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Frühgeburtenrate um bis zu 50 Prozent reduzieren können", sagte Klockenbusch. An der Studie können schwangere Frauen teilnehmen, die bereits eine Frühgeburt hatten, oder bei denen aus anderen Gründen diese Gefahr besteht.

www.klinikum.uni-muenster.de

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