Ärzte Zeitung, 21.04.2009

Unionspläne zu Abtreibungen stoßen auf scharfe Kritik

Pro Familia befürchtet mehr Abbrüche im Ausland

BERLIN (ble). Vertreterinnen von Pro Familia, Arbeiterwohlfahrt und Deutschem Ärztinnenbund haben sich in Berlin in scharfer Form gegen strengere Regelungen zur medizinischen Indikation bei Abtreibungen gewandt. Hintergrund ist eine Initiative aus der Mitte der Union zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes; diese sieht eine Beratungspflicht, die Einführung einer dreitägigen Bedenkzeit für die Frau und eine Meldepflicht von Ärzten vor.

Eine Meldepflicht werde zu einer sinkenden Zahl von Ärzten führen, die Indikationen stellen oder die Abbrüche vornehmen - und damit zu einer Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen im Ausland, so Pro-Familia-Vize Ulla Ellerstorfer. Für die betroffenen Frauen werde dies mit hohen seelischen und körperlichen Strapazen und Risiken verbunden sein, warnte sie.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Familienausschuss des Bundestags in einer Anhörung mit dem Thema.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »