Ärzte Zeitung online, 02.09.2009

Baby kommt nach neuer Diagnose-Methode zur Welt

LONDON (dpa). Ein britischer Junge ist nach einer neuen Methode der künstlichen Befruchtung geboren worden. Eine 41-jährige Frau brachte Oliver nach 13 gescheiterten Versuchen der Reagenzglas-Befruchtung und nach drei Fehlgeburten zur Welt. Die Care Fertility Group im englischen Nottingham teilte am Mittwoch mit, dass es sich hierbei um das weltweit erste Baby handelt, das auf diese Art geboren wurde.

Die Befruchtungs-Klinik wandte dabei eine Technik an, bei der die Eizellen oder Embryonen nach der Untersuchung der Erbgutträger (Chromosomen) ausgewählt werden. "Eine vollständige Analyse der Chromosomen verdoppelt möglicherweise die Schwangerschaftschancen für Paare, die gescheiterte Befruchtungsversuche oder Fehlgeburten hinter sich haben", sagte Professor Simon Fishel von der Care-Gruppe.

Chromosomale Abnormalitäten sind oft der Grund, dass Embryonen nicht durchkommen, selbst wenn sie unter dem Mikroskop gesund aussehen. "Bis zur Hälfte der Eizellen von jüngeren Frauen und bis zu 75 Prozent bei Frauen über 39 weisen Abnormalitäten auf", sagte Fishel.

Der Verband British Fertility Society erklärte, die sogenannte Array Comparative Genomic Hybridisation sei vielversprechend, es sei aber noch mehr Forschung notwendig. Zurückhaltend äußerten sich auch andere Experten. Professor Peter Braude vom King's College in London sagte: "Im Moment kann das nur als sehr, sehr großer Glücksfall angesehen werden." In Deutschland ist eine Auswahl von Embryonen verboten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

"Abwarten und Teetrinken funktioniert nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die schleppenden Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »