Ärzte Zeitung online, 23.09.2009

Zugang zu Medikamenten könnte Müttersterblichkeit senken

NAIROBI/LONDON (dpa). Ein verbesserter Zugang zu relativ kostengünstigen Medikamenten könnte entscheidend zur Senkung der Müttersterblichkeit in Afrika südlich der Sahara beitragen. Zu diesem Ergebnis kommen die Mathematikerin Christina Pagel und der Gesundheitsexperte Anthony Costello vom University College London mit einem Rechenmodell, das sie im Fachjournal "The Lancet" (online vorab) vom Mittwoch vorstellen.

Danach könnten die Todesfälle durch Verbluten oder Blutvergiftung (Sepsis) nach der Geburt um zwölf Prozent oder 21 300 Fälle zurückgehen, wenn in örtlichen Gesundheitszentren Oxytocin zur Stillung von Blutungen nach der Geburt und Antibiotika gegen Blutvergiftungen vorhanden sind.

Wenn zudem noch das blutungsstillende Medikament Misoprostol verfügbar ist und sich freiwillige Helferinnen vor allem im ländlichen Raum um junge Mütter kümmern, könnten den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge sogar 59 000 (32 Prozent) der Todesfälle durch Blutverlust und Blutvergiftung vermieden werden.

Die Müttersterblichkeit in Schwarzafrika ist seit den 90er Jahren nur geringfügig zurückgegangen. Auf 100 000 Geburten kamen im Jahr 2005 noch 905 Todesfälle der jungen Mütter. Häufig sind Blutungen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden und Blutvergiftungen wegen schlechter hygienischer Bedingungen die Todesursachen.

Zum Abstract der Originalarbeit gelangen Sie, wenn Sie auf http://dx.doi.org/ die Fachartikelnummer 10.1016/S0140-6736(09)61566-X eingeben

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