Ärzte Zeitung online, 09.10.2009

Wachkoma-Patientin bringt Kind zur Welt

ERLANGEN (dpa). An der Universitätsklinik Erlangen hat weltweit erstmals eine Wachkomapatientin ein Kind bekommen. Ärzten und dem Pflegeteam der Uniklinik Erlangen sei es gelungen, die Schwangerschaft der nach einem Herzinfarkt ins Koma gefallenen 40-Jährigen 22 Wochen bis zur Entbindung fortzusetzen, teilte die Klinik am Freitag mit.

"Weltweit ist kein vergleichbarer Fall bekannt, bei dem Ärzten bei einer hirntoten oder Wachkoma-Patientin nach einem Herzinfarkt ein ähnlicher Erfolg gelungen ist", sagte ein Kliniksprecher. Einzelheiten will die Klinik bei einer Pressekonferenz am kommenden Mittwoch (14. Oktober) bekanntgeben.

Der erst jetzt veröffentlichte Fall liegt nach Angaben des Kliniksprechers bereits einige Monate zurück. Mutter und Kind seien vor dem Hintergrund eines ähnlichen Falles vor 17 Jahren an der Erlanger Uniklinik von der Öffentlichkeit abgeschirmt worden. Ärzte und Pflegekräfte hätten zudem ihre Handlungen von Anfang an mit einem interdisziplinären Klinischen Ethikkomitee abgestimmt. Um Druck auf die Angehörigen zu vermeiden, soll der Fall erst im Nachhinein anonym veröffentlicht werden. Die 40-Jährige hatte nach Angaben der Uniklinik in der 13. Schwangerschaftswoche einen Herzinfarkt mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »