Ärzte Zeitung, 22.06.2004

Mit besserem Masernschutz ließen sich Millionen Euro einsparen

Kosten der Krankheit wiegen die Mehrkosten für den Impfstoff bei weitem auf

BERLIN (grue). Die Impfraten bei Kleinkindern in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren zwar verbessert, sind aber immer noch zu niedrig. Besonders bedenklich ist der mangelhafte Masernschutz. Würde zum Beispiel mehr gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) geimpft, blieben vielen Kindern die Krankheiten erspart, und es ließen sich Millionen Euro an Krankheitskosten einsparen.

Kind mit Masern: Besonders an Wange, Kinn und Hals sind konfluierende, hämorrhagisch veränderte Effloreszenzen stark ausgeprägt. Foto: Behring

Zwar bekommen inzwischen 92 Prozent der Kinder die erste vom vollendeten 11. bis 14. Lebensmonat empfohlene Masernimpfung. Die zweite Impfung (empfohlen vom 15. bis 23. Monat) kriegen aber höchstens 30 Prozent, wie Dr. Dirk Ralfs von der medical partner AG in Ellerau beim Hauptstadtkongreß berichtet hat.

Der Gesundheitsökonom hat berechnet, daß sich höhere Impfraten auszahlen: Es gibt dann weniger Krankheitskosten, was die Kosten für den Impfstoff aufwiegt. Bis zu 13 Millionen Euro ließen sich sparen, wenn 90 Prozent der Kinder komplett gegen Masern geimpft würden. Denn wird dazu wie üblich der MMR-Kombinationsimpfstoff verwendet, dann werden auch Röteln und Mumps besser eingedämmt.

"Es sollten zumindest 60 Prozent der Kinder eine Zweitimpfung bekommen, das ist auch wirtschaftlich dringend geboten", sagte Ralfs. Um allerdings wie von der WHO geplant die Masern in Europa zu eliminieren, müßten 95 Prozent der Kinder bis zum zweiten Geburtstag zweimal geimpft werden. Das wird annähernd in Finnland erreicht, wo sich in den letzten Jahren kein Mensch mehr mit Masern angesteckt hat. In Deutschland wurden 2002 dagegen noch 4657 Erkrankungen gemeldet. "Mit Irland und Italien haben wir in Europa die höchste Rate an Masernpatienten", meinte Ralfs.

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