Ärzte Zeitung, 25.03.2012

Enttäuschende neue Studiendaten zu Stammzellen bei Herzschwäche

In einer neuen Studie zur Stammzellentherapie bei Herzinsuffizienz wurden die Ziele nicht erreicht. Dennoch finden Forscher Positives.

Enttäuschende neue Studiendaten zu Stammzellen bei Herzschwäche

Im Labor kultivierte Stammzellen. In einer neuen Studie war eine Stammzellen-Therapie bei Herzpatienten nicht überzeugend.

© imagebroker / imago

CHICAGO (ob). Vor allem in Deutschland sind körpereigene Stammzellen etwa aus dem Knochenmark schon seit geraumer Zeit Gegenstand der Forschung. Auch in den USA gibt es inzwischenmit staatlicher Unterstützung ein Forschungsnetzwerk(Cardiovascular Cell Therapiy Research Network, CCTRN) , das sich mit den Therapieoptionen von Stammzellen beschäftigt.

Auf dem ACC-Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Chicago hat diese Gruppe neue Studiendaten vorgestellt.

Dafür sind 92 KHK-Kranke mit linksventrikulärer Dysfunktion und Herzinsuffizienz ausgewählt worden, bei denen alle sonstigen Therapieoptionen ausgeschöpft waren.

61 Patienten bekamen mit einem Standardverfahren aus dem Knochenmark entnommene autologe Knochenmarkzellen in noch gesundes Endomyokardgewebe injiziert, 31 Kontroll-Patienten Placebo-Injektionen.

Ob Stammzellen- und Placeboinjektion war egal

Das enttäuschende Ergebnis nach sechs Monaten: Weder beim linksventrikulären endsystolischen Volumenindex noch beim maximalen Sauerstoffverbrauch oder bei per Bildgebung dokumentierten Perfusionsdefekten (alles primäre Endpunkte) gab es signifikante Unterschiede.

Erfreulicher eine explorative Analyse: Sie ergab für die linksventrikuläre Auswurffraktion eine signifikante Zunahme um 2,7 Prozentpunkte bei Stammzellen-Injektion versus Kontrolle.

Außerdem fand sich ein Zusammenhang zwischen der Zunahme der Auswurffraktion und bestimmten Zelltypen wie CD34- und CD133-Zellen.

Die Forscher hoffen, durch bessere funktionelle Charakterisierung und gezieltere Auswahl der Knochenmarkzellen die Therapie weiter voranbringen zu können.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Vielversprechende Fortschritte in der Diagnostik

Morbus Alzheimer lässt sich immer zuverlässiger diagnostizieren und von anderen Krankheiten abgrenzen. Seit Kurzem gewährt die Tau-PET präzisere Einblicke in den Krankheitsverlauf – und verbessert damit die Diagnostik. mehr »

"Wir verstehen den Unmut der Ärzte"

Verärgerung bei Ärzten und KVen: Die Deutsche Telekom kündigt Praxen die Routerverträge - zum 21. Oktober! Doch wie bekommen Ärzte dann ihren sicheren Zugang zum KV-Safenet? mehr »

Die Selbstvermessung des eigenen Ichs

Der Markt an Gesundheits-Apps wächst und wächst - derzeit gibt es 379.000 Anwendungen fürs Smartphone oder Tablet. Die Selbstvermessung kennt keine Grenzen. Was sind die Folgen des Optimierungswahns? mehr »