Donnerstag, 24. Juli 2014
Ärzte Zeitung, 10.01.2013

Arzneimittel

Projekt gegen den plötzlichen Herztod

BERLIN. Die Zahl der Todesfälle durch den sogenannten "Sekundenherztod" soll ein neues Programm zur Arzneimittel-Therapiesicherheit senken.

Der Sekundenherztod sei keineswegs immer ein "nicht vorhersehbares Schicksal", hieß es bei der Vorstellung des Programms am Mittwoch in Berlin.

Er könne auch Folge von Nebenwirkungen sogenannter "QT-Intervall verlängernder" Arzneimittel (QT-IVAM) sein, die solche Rhythmusstörungen auslösen könnten. Die gleichzeitige Verordnung mehrerer QT-IVAM sei deshalb besonders gefährlich.

Eine speziell entwickelte Software soll nun auf Basis der Arzneiverordnungsdaten die Patienten ermitteln, denen gleichzeitig mehrere dieser Arzneimittel verordnet wurden.

Gebe der betroffene Patient seine Einwilligung, würden die ihn behandelnden Ärzte über die ermittelten Risiken informiert. So könnte nach alternativen Therapien gesucht werden.

Die Bewertung der potenziellen Risiken sowie die Information der Patienten erfolgt nach Angaben der Programmpartner in enger Abstimmung mit der KV Saarland.

"Die KV sieht in dem Programm ein praxisgerechtes Modell, das dem Arzt ermöglicht, Risiken für den Patienten zu erkennen und zu vermeiden", sagt der Vorsitzende der KV Saarland Dr. Gunter Hauptmann.

Initiator des Projekts ist die IKK Südwest, die Software wurde vom Unternehmen RpDoc®Solutions GmbH entwickelt. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie vom saarländischen Gesundheitsministerium. (chb)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Probiotika: Darmkeime zur Blutdrucksenkung

Die Meinung über Probiotika ist geteilt: Die einen schwören auf sie, die anderen halten sie für überflüssig. Eine Studienübersicht kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass probiotische Produkte den Blutdruck moderat senken. mehr »

EU-Verordnung: Dobrindts "Luftnummer" lässt Rettungsflieger aufatmen

Eine EU-Verordnung verunsichert Deutschlands Kliniken und Luftretter. Jetzt hat der Verkehrsminister tief in die Trickkiste gegriffen. mehr »

Gaza-Krieg: Ärzte werfen Israel "Massaker" vor

Der Gaza-Krieg ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan: Jetzt haben Ärzte die israelische Offensive mit scharfen Worten kritisiert. Jüdische Mediziner in Deutschland sind entsetzt. Sie werfen ihren Kollegen Realitätsverlust vor. mehr »