Ärzte Zeitung, 18.05.2006

Dopamin-Agonist beruhigt überaktive Beine

Pramipexol zur Therapie beim Restless-Legs-Syndrom zugelassen / Niedrigste Dosierung genügt häufig

WIESBADEN (urm). Der Dopamin-Agonist Pramipexol ist nun auch zur Therapie beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) zugelassen. Bereits in niedriger Dosierung lassen sich bei einem Drittel der Patienten die Beschwerden lindern.

Etwa jeder zehnte Bundesbürger hat RLS. Betroffen sind vor allem Frauen - und zwar bevorzugt solche, die mehrere Kinder geboren haben. Bei einem Prozent der Bevölkerung sind die Beschwerden so stark, daß eine Behandlung nötig ist. Daran hat Professor Claudia Trenkwalder aus Kassel erinnert.

Meist suchen RLS-Patienten wegen Schlafstörungen ärztlichen Rat, ausgelöst durch ein Brennen, Jucken oder durch Schmerzen in den Beinen sowie durch einen starken Bewegungsdrang. Mittel der Wahl bei einer Therapie sind dopaminerge Arzneien.

Bevor RLS-Patienten damit behandelt werden, sollte jedoch überprüft werden, ob ein Eisenmangel vorliegt. Denn dabei kann es ebenfalls zu RLS-Symptomen kommen, so Privatdozentin Karin Stiasny-Kolster aus Marburg bei einer Veranstaltung von Boehringer Ingelheim in Wiesbaden.

Ist eine dopaminerge Therapie indiziert, kann bei einem mittelgradigen bis schweren RLS nun auch mit Pramipexol (Sifrol®) behandelt werden. Die Substanz wurde bisher zur Parkinsontherapie verwendet. Eine Pramipexol-Therapie mache besonders dann Sinn, wenn es zuvor mit einer L-Dopa-Behandlung zur Augmentation gekommen ist, also zu einer Verschlimmerung und Vorverlagerung der Beschwerden von den Abendstunden auf den Tag.

Mit Pramipexol lasse sich bei einem Drittel der Patienten bereits mit der niedrigsten Einstiegsdosierung (0,125 mg) eine deutliche Symptomlinderung erreichen. Aufgrund der recht langen Halbwertszeit wird eine Wirksamkeit über die gesamte Nacht erzielt. Als häufigste unerwünschte Wirkung kann in der Einstellphase vorübergehende Übelkeit auftreten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »