Ärzte Zeitung online, 02.12.2009

Erfolg in Italien: Gehirn kontrolliert Cyber-Hand

ROM (dpa). Das Gehirn will eine Faust ballen oder den kleinen Finger bewegen - und die mechanische Cyber-Hand führt die Bewegung aus. Über vier Elektroden mit jeweils acht Kanälen kommuniziert der Italo-Brasilianer Pierpaolo Petruzziello (27) mit seiner künstlichen linken Hand.

Von diesem Bionik-Erfolg mit einer mechanischen Hand berichtet ein italienisches Team von Chirurgen, Anästhesisten, Neurologen und Bio-Ingenieuren des Biomedico-Campus in Rom. Vor gut einem Jahr setzte die Gruppe dem Mann, der seinen linken Unterarm bei einem Autounfall verloren hatte, die zwei Kilogramm schwere Kunsthand an. Sie ist jedoch noch nicht fest angeschlossen, nach 30 Tagen müssen die Elektroden ausgetauscht werden, wie italienische Medien am Mittwoch berichteten.

Die bisherigen Ergebnisse wertet das Team als vielversprechend, auch wenn ihr erster Patient erst in etwa drei Jahren eine permanente Roboterhand haben werde. Die Handprothese wurde entwickelt von der höheren Berufsfachschule Sant'Anna in Pisa, und die Elektroden hat das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT (St. Ingbert) eingestellt. Ehe die Hand am 20. November 2008 angesetzt werden konnte, waren lange Vorarbeiten des Teams notwendig, finanziell wesentlich abgesichert durch zwei Millionen Euro aus einem EU-Fonds für einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Bionik-Hand hat fünf Finger aus Aluminium, die mechanischen Teile sind aus Stahl und die Handoberfläche ist aus Kohlenfaser. Die mit den Armnerven verbundenen feinsten Fasern der Elektroden sind "biokompatibel" und zehn Millionstel Millimeter dünn. Durch diese Verbindung kann der Italo-Brasilianer mit seiner neuen Hand nicht nur Bewegungen machen, sondern er spürt auch Sinnesempfindungen. Für ihn und das Team beginnt jetzt eine mehrjährige Testphase, um die gehorchende Hand dann endgültig zu implantieren.

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