Ärzte Zeitung online, 04.02.2009

Uniklinik Jena: Neues Diagnosegerät liefert genauere Bilder

JENA (eb). Das Universitätsklinikum Jena baut seine Nuklearmedizin aus: Das Institut besitzt seit kurzer Zeit ein digitales Gamma-Kamera-System. Damit sollen Krebserkrankungen zukünftig genauer diagnostiziert werden können.

Die Diagnosekamera "Symbia S" der Klinik für Nuklearmedizin bietet viele Vorteile, sagt Dr. Martin Freesmeyer. "Das neue System ist nicht nur schneller als das Vorgängermodell, es ist auch variabler einsetzbar", so der Chefarzt der Klinik. So könnten mit dem neuen Gerät auch Patienten im Bett oder im Rollstuhl problemlos untersucht werden. "Da der Tisch belastbar und die Öffnung besonders groß ist, kann das Diagnosegerät zudem auch bei sehr kräftigen Patienten genutzt werden", so Freesmeyer weiter. Darüber hinaus sei eine Integration in das digitale Bildarchiv des Klinikums möglich.

Das Gamma-Kamera-System wollen die Jenaer künftig auch auf die Hybridbildgebung SPECT-CT (Single Photon Emission Computertomografie) erweitern. Dieses Hybridsystem ermöglicht, dass beide Untersuchungsmethoden gleichzeitig durchgeführt werden. In der Auswertung werden somit die gemessenen Stoffwechselinformationen mit der Gestalt der Gewebe räumlich exakt verknüpft.

Diese Methode sei nachträglichen Vergleichen von nuklearmedizinischen mit CT-Aufnahmen deutlich überlegen, erläutert Freesmeyer. "Man sieht die genaue Lokalisation der krankhaften Stoffwechselveränderungen." Das sei enorm wichtig für die richtige Therapieentscheidung. Außerdem könnten so in vielen Fällen Zeit raubende Zusatzuntersuchungen vermieden werden, hofft der Nuklearmediziner.

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