Ärzte Zeitung, 30.06.2004

Oft werden Kinder beim Chatten sexuell belästigt

Informationsstelle rät Eltern zu mehr Wachsamkeit

KÖLN (dpa). Kinder werden beim Chatten im Internet nach Darstellung von Experten zunehmend sexuell belästigt und ausgebeutet. In Chaträumen, in denen Kinder und Jugendliche Austausch mit Gleichaltrigen suchten, würden sie häufig auf sexuelle Weise angesprochen und belästigt, teilte "Zartbitter Köln" mit, eine Informationsstelle gegen sexuelle Mißhandlung.

Pädophile sprächen die Kinder gezielt an, um sie mit pornografischen Fotos zu schockieren, Kontakte zu knüpfen oder die Kinder persönlich zu treffen, sagte "Zartbitter"-Leiterin Ursula Enders. In einzelnen Chaträumen drehten sich bis zu zwei Drittel aller Kontaktversuche um "sexuelle Anmache".

Die Art der Belästigung und Ausbeutung reicht demnach von Fragen zu den ersten sexuellen Erfahrungen, über klare Anweisungen, sich vor dem PC selbst zu befriedigen, bis hin zur Anbahnung von Treffen.

Seit Oktober ließ sich Enders in Chatrooms als 13jährige "suesse13w1990" oder als zwölfjähriger "Mike" ansprechen und bekam teils erschreckende Fotos zugeschickt.

So wurde die "süße 13jährige" in einem Teen-Chat innerhalb von zehn Minuten 27 Mal angesprochen: Ein Teilnehmer fragte, ob sie "Lust auf CS" habe - Cybersex, also beiderseitige Selbstbefriedigung vor laufenden Webkameras. Ein Paar zeigte sich ihr per Nacktfoto und bot ihr an, beim Sex vor der Webcam zuzuschauen. Enders: "Man sollte Kindern nicht das Internet verbieten, aber Eltern müssen informiert sein, was dort alles geschehen kann."

Informationen zur Kölner Initiative Zartbitter gibt es im Internet unter www.zartbitter.de

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