Ärzte Zeitung, 30.09.2004

Kombitherapie bei Hodenhochstand

WIESBADEN (ner). Die Verordnung von beta-HCG bei Hodenhochstand ist überholt. Die frühe Therapie mit GnRH-Analoga verbessert die Fertilität. An der Operation geht kein Weg vorbei.

Drei Prozent der gesunden Neugeborenen haben einen Hodenhochstand. Spätestens zum Ende des ersten Lebensjahres sollte der Hoden im Skrotum liegen, forderte Dr. Raimund Stein aus Mainz. Sonst sei später die Spermatozytenbildung erheblich beeinträchtigt.

Stein empfiehlt, bis zum dritten Lebensmonat auf den spontanen Descensus zu warten, bei Frühgeborenen bis zum sechsten Lebensmonat. Danach sei ein spontaner Descensus selten. Anders als früher angenommen werde durch die Hormontherapie das Herabwandern des Hodens kaum beeinflußt, so der Urologe.

Zudem seien bei Jungen, die primär mit beta-HCG (humanes Choriongonadotropin) behandelt worden sind, nach 15 bis zwanzig Jahren kleinere Hoden festgestellt worden als nach primärer Operation.

Stein sprach sich für die Kombination von Operation (Orchidopexie) und adjuvanter oder neoadjuvanter Therapie mit GnRH-Analoga (Gonadotropin-Freisetzungshormon) aus, die als Nasenspray erhältlich sind. Die Spermatogramme fielen dann nach der Pubertät deutlich besser aus als nach alleiniger Operation.

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