Ärzte Zeitung, 05.11.2004

Umgangston an Schulen verroht zunehmend

NEU-ISENBURG (Smi). Körperliche Gewalt an Schulen ist in Deutschland eher selten. Dagegen nimmt die verbale Gewalt zu, und der Umgangston verroht zunehmend.

Das sind Ergebnisse einer Internet-Studie zur Erfassung von Quantität und Qualität der Gewalt an deutschen Schulen, die Kristian Klett vom Pädagogischen Seminar der Kölner Universität jetzt vorgelegt hat.

Insgesamt haben sich an der Untersuchung über 2000 Schüler beteiligt. In einer Stichprobe mit 163 Schülern der Klassen fünf bis zehn fand Klett heraus, daß Ungerechtigkeit am häufigsten als Grund für die Aggression genannt wurde. Mädchen neigten eher durch Streß zur Aggression, Jungen gaben Selbstschutz als Ursache für ihr Verhalten an.

Die häufigste Form der Gewalt an Schulen sei die verbale Gewalt mit Beleidigungen und Drohungen, so Klett. Auffallend sei, daß die Täter immer jünger würden. Das Durchschnittsalter liege zwischen 13 und 15 Jahren. Schüler, an deren Schulen Gewaltpräventionsmaßnahmen angeboten werden, gaben bei der Umfrage deutlich seltener an, Angst an ihrer Schule zu haben.

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Pädiatrie (8361)

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