Ärzte Zeitung, 12.04.2005

Down-Sportlerfestival diesmal an zwei Orten

Anfang Juni treffen sich die Sportler in Frankfurt am Main, im September in Magdeburg / Projekt der Hexal Foundation

FRANKFURT AM MAIN (ner). Zum ersten Mal wird das diesjährige Deutsche Down-Sportlerfestival in zwei deutschen Städten ausgetragen. Grund dafür sind die rasch steigenden Teilnehmerzahlen seit Start des Projekts vor zwei Jahren. Prominente Schauspieler und Sportler werden die Teilnehmer anfeuern oder gar selbst teilnehmen.

Zusammengehörigkeitsgefühl und Spaß - darum geht es vor allem beim Sportlerfestival für Menschen mit Down-Syndrom. Fotos: Hexal Foundation

In Frankfurt am Main findet am 4. Juni zum inzwischen dritten Mal das Sportfest für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Down-Syndrom statt. Allein hier werden 350 Teilnehmer und insgesamt 1500 Gäste erwartet.

Fußball ist einer der Sportarten, die beim Deutschen Down-Sportlerfestival ausgetragen werden.

Auch beim Tischtennis können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene messen.

Leichtathletische Disziplinen sind Weitsprung, Weitwurf sowie 50- und 100-Meter-Lauf.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr mit mehr als 1000 Gästen (wir berichteten) habe man entschieden, mit Magdeburg einen zweiten Festival-Standort einzurichten, erklärte Anne Schardey vom Unternehmen Hexal, das Initiator und Sponsor der Veranstaltungen ist.

Damit sei es auch für Interessenten aus Nord- und Ostdeutschland einfacher, an dem Ereignis teilzunehmen. In Magdeburg treffen sich die Sportler und die Gäste am 24. September 2005.

Bobby Brederlow wird in Frankfurt dabei sein

Die Teilnehmer können sich in 50- und 100-Meter-Läufen, Weitsprung, Weitwurf, Tischtennis sowie beim Fußball messen.

Unterstützt wird das Festival durch viele Vereine und ehrenamtliche Helfer sowie durch prominente Schauspieler wie Bobby Brederlow, der selbst Down-Syndrom hat, einer der Schirmherren des Projektes ist und als Sportler in Frankfurt teilnehmen wird, Henning Baum und Joachim Hermann Luger.

In Magdeburg sollen die Schwimmerin Antje Buschschulte und der Handballer Stefan Kretzschmar die Publikumsmagneten sein. In Kinderarzt-Praxen werden Informations-Materialien zum Festival und Adreßlisten für Selbsthilfegruppen in Deutschland ausgelegt.

Das Projekt soll vor allem auch Verständnis wecken

"Wir gehören dazu!" ist das Motto des diesjährigen Sportlerfestivals. Ziel des Projektes ist eine verbesserte Integration von Menschen mit Down-Syndrom in die Gesellschaft.

"Wir wollen Verständnis wecken, und das läßt sich über den Sport am besten transportieren", sagte Schardey. Familien mit Down-Syndrom sollen aus ihrer zum Teil isolierten Lebenswelt herausgeholt werden.

Zudem ist der Sport ein starker Motivator für die Betroffenen - viele Teilnehmer bereiten sich das ganze Jahr auf das Sport-Festival vor.

Die Hexal Foundation geht zudem regelmäßig mit Aufklärungskampagnen an die Öffentlichkeit, etwa zu den Themen Arbeitsleben oder Sport und Ernährung bei Down-Syndrom.

In diesem Jahr soll es um den Schwerpunkt Kunst und Kreativität gehen, so Anja de Bruyn von der Bundesvereinigung Lebenshilfe .

Detaillierte Infos zum Down-Sportlerfestival sowie zu den Anmeldemodalitäten gibt es im Internet unter www.down-info.de. Ärzte, die die Veranstaltungen unterstützen möchten, können sich bei Katrin Heienbrock in Bad Homburg melden: Telefon: 061 72 / 96 61-22 oder E-Mail: katrin.heienbrock@medandmore.de

STICHWORT

Kunst als Thema beim Sportlerfestival

Menschen mit Down-Syndrom fällt es oft schwer, sich sprachlich auszudrücken. Künstlerische Tätigkeiten haben daher eine besondere Bedeutung für sie, meint Anja de Bruyn von der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Zudem sei Kunst ideal, um behinderte und nicht behinderte Menschen zusammenzubringen. Beim Down-Sportlerfestival wird es Vorträge über kreative Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen mit Down-Syndrom geben sowie einen Malwettbewerb zum Thema Sport.

In Deutschland nehmen Workshopangebote oder integrative Festivals zu. Museen näherten sich der Kunst geistig behinderter Menschen. Theatergruppen wie in Berlin, Würzburg oder Bremen arbeiteten zunehmend professionell. (ner)

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