Ärzte Zeitung, 20.04.2005

Quietsch-Entchen: Laut wie ein Rockkonzert

Hörprobleme haben Ursache im Kindesalter / Spielzeug macht oft Lärm wie Maschinen

MARBURG (ddp.vwd). Hörprobleme haben ihren Ursprung vielfach bereits in jungen Jahren. "Schwerhörigkeit ist oft auf ein Knalltrauma in der Kindheit zurückzuführen", etwa durch Spielzeug. Darauf wies Professor Eckhard Hofmann, Hörforscher der Universität Ulm, hin.

Außer Silvesterböllern scheinen daran oftmals auch Spielzeuge schuld zu sein, die viel lauter sind, als dies für Kinderohren gut sei. Darauf weist die Fördergemeinschaft Gutes Hören hin. So ist zum Beispiel der Schuß aus einer Spielzeugpistole, in Ohrnähe abgefeuert, mit 150 Dezibel lauter als der Schuß aus einem echten Gewehr.

Hofmann hat Messungen mit einem Kunstkopf durchgeführt. Demnach ist eine Rassel, nah ans Ohr gehalten, mit 93,5 Dezibel lauter als ein vorbeifahrender Zug. Ein Quietsch-Entchen könne mit 130 Dezibel mit einem lauten Rockkonzert mithalten, und eine Trillerpfeife belastet die Ohren mit 126 Dezibel ebenso stark wie ein vorbeifliegender Düsenjet.

Die Messung in unmittelbarer Nähe zum Ohr entspreche der Wirklichkeit in deutschen Kinderzimmern. Hofmann empfiehlt allen Eltern, Spielsachen zuerst vor den eigenen Ohren auszuprobieren. Alles, was laut wirkt, sollte im Regal bleiben. Steht das Spielzeug erst mal im Kinderzimmer, kann man von Kindern keine Einsicht erwarten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »