Ärzte Zeitung, 17.10.2005

Kinder mit Hämophilie bewiesen Mut und Umsicht

Beim Fahrrad-Sicherheitstraining erfuhren junge Patienten, daß Sport Spaß macht und wie man seine Angst besiegt

Spaß statt Angst beim Sport - das wollen das Unternehmen Wyeth Pharma und Selbsthilfeorganisationen für Bluter den kleinen Patienten vermitteln. Beim fünften Fahrrad-Sicherheitstraining, das die Deutsche Hämophiliegesellschaft (DHG) und die Interessengemeinschaft Hämophiler in Zusammenarbeit mit Wyeth in Münster veranstalteten, konnten zwölf Kinder und Jugendliche mit Hämophilie ihre Fähigkeiten im Umgang mit dem Rad stärken und so ihr Verletzungsrisiko herabsetzen.

Nach bestandenem Test gab’s für die jungen Teilnehmer des Fahrrad-Sicherheitstraining Pokale. Fotos: Wyeth

"Natürlich ist Vertrauen in den sicheren Umgang mit dem Fahrrad wichtig für alle Kinder", sagte Andreas Krebs, Geschäftsführer von Wyeth. "Die Konsequenzen einer Verletzung sind aber für Kinder mit Hämophilie ungleich schwerer - bis hin zur dauerhaften Gelenkschädigung durch Einblutungen."

Ein junger Patient begutachtet die Höheneinstellung des Sattels. Auch der Fahrradcheck gehörte zum Sicherheitstraining.

Bei der Aktion in Münster konnten die jungen Teilnehmer auf einem vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub gestalteten Parcours ihre Geschicklichkeit auf dem Fahrrad testen und typische Situationen im Straßenverkehr trainieren.

Außerdem erhielten sie Tips und Anregungen für die Sicherheit auf dem Rad. Alle Teilnehmer bestanden den Test und erhielten bei einer Siegerehrung Pokale. "Das Training soll hämophilen Kindern und ihren Eltern vermitteln, daß Sport Spaß macht und nicht gefährlich sein muß", sagte Jürgen Lohse, Vorstandsmitglied der DHG.

Junge Patienten mit Hämophilie können heute ein fast normales Leben führen. Sie sollen auch Sport treiben, um Bewegungskoordination und ein positives Körpergefühl zu fördern. In Deutschland gibt es etwa 6000 Patienten mit einer Hämophilie. Von ihnen leiden 80 bis 85 Prozent an Hämophilie A. (akr)

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