Ärzte Zeitung, 25.10.2005

Quietsche-Enten und Spieluhren sind oft zu laut

Spielzeug ist oft zu laut für Kinderohren. "Vor allem Spielzeugpistolen, aber auch Quietsche-Enten, Kindertelefone und Spieluhren können Kinderohren irreparabel schädigen", warnt Hörforscher Professor Eckhard Hoffmann von der Hochschule Aalen.

So erreichen die Plastikpistolen Spitzenwerte von bis zu 185 Dezibel. "Im Berufsleben muß ab 85 Dezibel ein Gehörschutz getragen werden, 100 Dezibel entsprechen dem Lärm eines Preßlufthammers", verdeutlicht Hoffmann.

Der Knall aus der Spielzeug-Pistole dauert zwar nur Sekundenbruchteile, doch das reiche, um Hörzellen im Ohr für immer zu zerstören. "Die geschädigten Zellen heilen nicht mehr und wachsen auch nicht nach", sagt Hoffmann. Je mehr Zellen zerstört sind, umso schlechter hört man.

Zwar gelten für Spielzeug Lärmgrenzwerte. "Dafür muß jedoch nicht direkt am Ohr gemessen werden", erläutert der Hörakustiker. Genau dort halten vor allem Kleinkinder ihr Spielzeug jedoch oft hin. Manche Spieluhren, die aus der Ferne ganz beruhigend klingen, erreichen am Ohr Werte, die zu dauerhaften Schäden führen können.

Hoffmann rät Eltern deshalb, neues Spielzeug selbst nah am Ohr auf seinen Geräuschpegel zu testen: "Was einem Erwachsenen zu laut erscheint, ist auch für Kinder zu laut."

Bei Spielzeugpistolen sollte man auf diesen Test allerdings verzichten. Hoffmann warnt: "Hier kann schon ein Knall zu viel sein." Ungefährlich für die Ohren werden die Pistolen, wenn man auf die Munition verzichtet. (ddp.vwd)

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