Ärzte Zeitung, 11.12.2006

Unicef mahnt Frauenrechte an, um Kinder zu schützen

Hilfswerk legt Bericht zur Situation der Kinder vor

NEU-ISENBURG (Smi). Wo die Menschenrechte der Frauen mißachtet werden, da ist auch das Leid der Kinder am größten: So lautet das Fazit des Berichts "Zur Situation der Kinder in der Welt 2007", den das UN-Kinderhilfswerk heute zum 60. Gründungstag von Unicef in Berlin vorstellen will.

Eine irakische Mutter wischt ihre Tränen weg, während sie ihr krankes Kind im Arm hält. Foto: Unicef

Fortschritte für Frauen seien auch Fortschritte für Kinder, so Unicef in dem Bericht. Je länger die Mütter zur Schule gingen, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, daß auch ihre Kinder zusätzliche Schuljahre absolvierten. Da wo Frauen die Politik mitbestimmen, sehe es um die Ernährung und die medizinische Versorgung der Kinder besser aus als in patriarchalischen Strukturen.

Um die Situation von Frauen und ihrer Kinder zu verbessern, müßten weltweit größere Anstrengungen unternommen werden als bisher, fordert das UN-Kinderhilfswerk und zeichnet ein düsteres Bild:

  • Mehr als 500 000 Frauen sterben pro Jahr an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt;
  • jedes Jahr bekommen etwa 14 Millionen Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren ein Kind;
  • weltweit fehlen bis zu 200 Millionen Frauen, weil weibliche Feten gezielt abgetrieben, Mädchen als Babys getötet oder so schlecht versorgt werden, daß sie nicht überleben;
  • auf 100 Jungen, die nicht zur Schule gehen, kommen 115 Mädchen;
  • weltweit wird jede dritte Frau mindestens einmal im Leben Opfer häuslicher Gewalt;
  • in Südasien sterben pro Jahr eine Million Mädchen kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebensjahren.

Die Rechte der Frauen jenen von Männern gleichzustellen, ist auch eines der Millenniumsziele der Weltgemeinschaft. Kein anderes der insgesamt acht Ziele, die bis 2015 verwirklicht sein sollen, habe so weitreichende Auswirkungen auf die Verwirklichung der anderen wie die Gleichberechtigung der Geschlechter, betont Unicef.

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