Ärzte Zeitung, 14.12.2006

Vivantes gründet Kinderschutzgruppe

Klinikärzte koordinieren Berliner Netzwerk / "Hilfe vor Strafe" lautet der Grundsatz

BERLIN (ami). Der größte kommunale Krankenhauskonzern Deutschlands, Vivantes in Berlin, engagiert sich verstärkt im Kinderschutz. Am Mutter-Kind-Zentrum des Vivantes Klinikum Neukölln hat eine Interdisziplinäre Kinderschutzgruppe die Arbeit aufgenommen.

Ziel ist es, Verdachtsfälle von Kindesmißhandlung frühzeitig zu erkennen und zu klären. Die ärztlich geleitete Kinderschutzgruppe besteht aus Kinderärzten, Kinderchirurgen, Kinderpsychologen, Sozialarbeitern und Kinderkrankenschwestern. Im Bedarfsfall können Fachleute anderer Disziplinen hinzugezogen werden.

Zudem ist die Gruppe in das "Netzwerk Kinderschutz" des Berliner Senats eingebunden. Sie will ein wichtiges Bindeglied zwischen der Kindermedizin und der Jugendhilfe schaffen. Dazu kooperiert sie außerhalb des Klinikums auch mit den niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten, den Jugend- und Gesundheitsämtern, dem Kinderschutzzentrum, freien Trägern der Jugendhilfe und wenn erforderlich mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft.

Bei Verdacht auf Kindesmißhandlung schlägt die Kinderschutzgruppe betroffenen Familien Therapiekonzepte und Hilfsangebote vor. Dabei gilt laut Vivantes der Grundsatz "Hilfe vor Strafe". Das bedeutet, daß Kinder in ihren Familien bleiben können, wenn ihre Sicherheit gewährleistet ist.

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