Ärzte Zeitung, 26.11.2007

NRW führt positive Meldepflicht ein

DÜSSELDORF (iss). Um die Teilnahme von Kindern an Früherkennungsuntersuchungen zu erhöhen, hat Nordrhein-Westfalen eine positive Meldepflicht für Kinderärzte eingeführt.

Die Pädiater melden einer zentralen Stelle beim Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, welche Kinder an den Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen haben. Durch Abgleich mit den Daten der Meldeämter kann die Stelle ermitteln, welche Kinder - trotz Erinnerung der Eltern - nicht in den Praxen erschienen sind. "Diese Kinder werden dann Kommunen und Kreisen gemeldet, so dass die Jugendämter aufsuchend tätig werden können", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Es gehe nicht darum, alle Eltern an den Pranger zu stellen, betonte Laumann. "Leider werden Vorsorgeuntersuchungen auch einfach nur vergessen." Die Meldepflicht sieht er als Maßnahme für einen besseren und wirksamen Kinderschutz. Sie ist Teil des "Gesetzes zur Regelung der Berufsanerkennung EU- und Drittstaatenangehöriger für den Bereich der nichtakademischen Heilberufe und zur Änderung anderer Gesetze und Verordnungen", das der nordrhein-westfälische Landtag vor kurzem verabschiedet hat.

[26.11.2007, 12:53:46]
Dr. Frank Schreiber 
Meldepflicht für Kinderärzte
Noch mehr Verwaltungsarbeit für Praxen!Aufgrund welcher gesetzlichgen Bestimmung (genaue Angabe erwünscht)werden Kinderärzte verpflichtet Angaben über Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen an staatliche Stellen zu liefern? Das Land NRW soll seine Aufgaben in dieser sicher wichtigen Angelegenheit mittels seiner Behörden selber regeln und nicht freiberuflich tätige Ärzte dafür einspannen. Das ist ein weiterer Versuch Ärzte indirekt als Denunzianten zu rekrutieren.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »