Ärzte Zeitung, 11.02.2009

Kommentar

Hohler Verbraucherschutz

Von Petra Spielberg

Wieder ist bei Stichproben Spielzeug aufgetaucht, das die Gesundheit von Kindern gefährden kann. Das zeigt, dass das System der Selbstkontrolle durch die Industrie nur unzureichend funktioniert.

Um so schlimmer, dass sich hieran auf der Grundlage der neuen EU-Spielzeugrichtlinie aller Voraussicht nach nichts ändern wird. Denn das vom Europäischen Parlament kurz vor der Weihnachtspause eilig verabschiedete Regelwerk ist eine Mogelpackung.

Offensichtlich haben die EU-Gesetzgeber nichts aus den spektakulären Rückrufaktionen der vergangenen Jahre gelernt. Statt endlich eine härtere Gangart einzulegen und umfassende Kontrollen zu fordern, setzen sie weiterhin darauf, dass die Hersteller korrekte Angaben zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Kinderspielzeug machen.

Verbraucher, die Plüschtiere, Brummkreisel oder Spielzeugautos mit dem europäischen CE-Kennzeichen kaufen, können somit auch in Zukunft nicht sicher sein, dass die Produkte keine Gefahr für ihr Kind darstellen. Vielmehr müssen sie sich weiterhin mühsam auf die Suche nach Spielzeug mit einem zusätzlichen objektiven Gütesiegel machen. Sieht so der moderne europäische Verbraucherschutz aus, den die EU fortlaufend predigt?

Lesen Sie dazu auch:
Spielzeug trotz neuer Normen oft giftig

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