Ärzte Zeitung online, 11.08.2010

Wende beim Kevin-Prozess in Bremen erwartet

Wende beim Kevin-Prozess in Bremen erwartet

Das Verfahren gegen den ehemaligen Amtsvormund des kleinen Kevin, hier bei einer Venehmung 2007, könnte womöglich eingestellt werden.

© dpa

BREMEN (cben). Im Prozess um den Tod des kleinen Kevin aus Bremen könnte am heutigen Mittwoch eine Wende bevorstehen.Angesichts der völligen Arbeitsüberlastung des angeklagten Sozialarbeiters hat das Landgericht Bremen angeboten, das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den ehemaligen Amtsvormund einzustellen. Dies sei allerdings kein Freispruch, betonte die Richterin.

Die Wende brachte eine Aussage einer Kollegin des ehemaligen Vormundes. Danach musste in Bremen jeder Amtsvormund rund 250 Kinder betreuen. In Urlaubszeiten entfielen auf einen Sozialarbeiter zum Teil mehr als 500 Kinder. "Wir waren keine Amts-, sondern Aktenvormünder", zitierte der Radiosender "Radio Bremen" eine Kollegin des Angeklagten, die als Zeugin aussagte. Auf Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter habe das Amt nicht reagiert, hieß es.

Die Anklage müsste der Einstellung des Verfahrens und der Zahlung einer Geldbuße an eine soziale Einrichtung zustimmen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Betreuer vor, die Akten nicht rechtzeitig gelesen und das Kind nicht rechtzeitig aus der Wohnung seines Vaters geholt zu haben.

Im Oktober 2006 war das zweijährige Kind Kevin schwer misshandelt und mit vielen Knochenbrüchen tot im Kühlschrank seines Vaters aufgefunden worden.

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