Ärzte Zeitung, 13.04.2006

Mistelpräparat wurde mit Preis ausgezeichnet

Zusatztherapie macht eine Chemotherapie verträglicher

HAMBURG (nie). Das Mistelpräparat Helixor® ist mit dem H. G. Creutzfeldt-Naturheilkunde-Preis 2006 ausgezeichnet worden. Das H. G. Creutzfeldt-Institut in Kiel hat diesen Preis erstmals vergeben (wie berichtet).

Zwischen 46 und 65 Prozent aller Krebspatienten nutzen zusätzlich zu Standardtherapien eine Misteltherapie. Daten aus mehr als 100 klinischen Studien belegen inzwischen, daß diese Behandlung eine Chemotherapie erträglicher macht. Das gelte besonders für Patienten mit Mamma-, Ovarial- oder Bronchial-Karzinomen, so Dr. Harald Matthes aus Berlin.

Darüber hinaus sei das Potential der Mistel bei weitem noch nicht ausgeschöpft, sagte Matthes in Hamburg bei der Preisverleihung. So gebe es mittlerweile Hinweise, daß hochdosierte Mistelextrakte, die intravenös oder intratumoral appliziert werden, in der kombinierten Anwendung mit konventionellen Therapieverfahren zum Abbau von Tumorgewebe beitragen können.

Die Wirksamkeit wurde in der Praxis langfristig erprobt

Die Wirksamkeit des pflanzlichen Arzneimittels sei in der Praxis langfristig erprobt und durch prospektive Studien belegt, sagte Professor Burkhard Weisser von der Universität Kiel. Das Präparat werde für die Behandlung bei bösartigen Erkrankungen auch in adjuvanter Form zur Strahlen- und Chemotherapie angewandt.

Mit einer begleitenden Misteltherapie werde das Tumorwachstum gehemmt. Darüber hinaus werden unerwünschte Wirkungen reduziert, die mit der Chemotherapie einhergehen, und das Immunsystem wird aktiviert.

Das pflanzliche Arzneimittel bessert die Lebensqualität

"Die Lebensqualität von Krebspatienten wird deutlich verbessert", so Weisser. Verträglichkeit und Compliance seien außerordentlich hoch. Bedeutende Interaktionen mit anderen Arzneimitteln seien nicht bekannt.

Hersteller des preisgekrönten Präparates ist das Unternehmen Helixor aus Fischermühle bei Tübingen. Für die Herstellung des Mistel-Gesamtextraktes werden Apfel-, Kiefer- und Tannenmisteln aus Deutschland und Frankreich verarbeitet, die vier Mal im Jahr geerntet werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »