Montag, 21. April 2014
Ärzte Zeitung, 27.12.2012

Kommentar zu Vitamin D als Infektprophylase

Hoffen auf Synthese?

Von Elke Oberhofer

Auf die Frage, ob der Mensch Vitamin D in Pillen- oder Tropfenform braucht, kann man nur mit Radio Eriwan antworten: im Prinzip nein, aber ...

An trüben Wintertagen nützt es hierzulande nicht viel, die Ärmel hochzukrempeln, das Gesicht in Richtung der etwas hellgraueren Stelle am Himmel zu halten und auf Synthesevorgänge zu hoffen.

Das Solarium fällt auch flach, hier holt man sich höchstens einen Sonnenbrand oder später Hautkrebs. Alternativ könnte man es mit bergeweise fettem Fisch probieren. Aber das ist nicht jedermanns Sache.

In diesem Jahr hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung neue Referenzwerte für die Vitamin-D-Zufuhr festgesetzt: 20 Mikrogramm täglich statt wie bisher 5 Mikrogramm. Über die (normale) Ernährung schafft man höchstens 4 Mikrogramm. Den Rest sollte die Sonne leisten, aber wenn sie das nicht tut oder wenn es der Patient wegen Alter oder Krankheit nicht oft genug ins Freie schafft, bleibt eben doch nur der Griff zum Vitaminpräparat.

Aber Achtung: Dosierungen über 100 Mikrogramm können den Kalziumspiegel in ungesunde Höhen treiben. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Bestimmung des Blutspiegels: Wer es auf 20 bis 30 Nanogramm 25-Hydroxyvitamin D pro Milliliter bringt, ist gut versorgt und braucht auch keine Pillen.

Lesen Sie dazu auch:
Immunschwäche: Weniger Infekte mit Vitamin D

|
[27.12.2012, 20:27:15]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Prophylaxe von Vitamin-D-Mangel?
Ganz so überzeugend war die Studie zu "Weniger Infekte mit Vitamin D bei Immunschwäche" nicht (BMJ Open2012;2:e001663 doi:10.1136/bmjopen-2012-001663). Aber ein realer Vitamin D-Mangel in der dunklen Jahreszeit und die ungenügende Sonnen- und Lichtexposition bei Mobilitäts- und Motilitätseinschränkungen, Senioren, Heiminsassen, Internet- und PC-Spiel-Abhängigen, bei vollklimatisierten Arbeitsplätzen, Schicht- bzw. Nachtarbeit mit notwendigem Tagesschlaf sind nicht von der Hand zu weisen. Vigantoletten® 1000, die viele aus der pädiatrischen Grundversorgung kennen, ergeben bei 2 x 1.000 I.E. pro Tag für Erwachsene nebenwirkungsfrei 50 Mikrogramm Colecalciferol tgl. Das lässt sich in den "R-Monaten" über eine ausgewogene Ernährung kaum sicherstellen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neuer Wirkstoff: Ein kleines Molekül stoppt Masern

Ein neues Molekül könnte bald Masern bei Ungeimpften stoppen. Zumindest bei Tieren klappt das ganz gut - mit einer Tablette und bei einem Masern-ähnlichen Virus. mehr »

Warnung: Gefälschte Arzneimittel im Umlauf

Mehrere Chargen hochpreisiger Biologicals sind in Italien gestohlen worden. Jetzt tauchen sie mit gefälschten Zertifikaten in Deutschland auf. Das BfArM warnt: Die Präparate könnten gestreckt oder verunreinigt sein. mehr »

Westafrika: Ebola-Ausbruch geht auf Kind zurück

Über 200 Erkrankte und 121 Tote: Der Ebola-Ausbruch in Westafrika wird wohl langsam eingedämmt. Eine erste Analyse zeigt jetzt: Ein Kind hat die Erkrankungswelle verursacht. Und: Das Virus ist parallel entstanden. Außerdem haben die Forscher den Weg des Ausbruchs nachgezeichnet. mehr »