Ärzte Zeitung, 19.02.2004

Forscher plädiert für Alternative zu Therapie-Klonen

SEATTLE (dpa). Deutschland sollte sich nach Ansicht des Stammzellforschers Professor Hans Schöler durch den Erfolg der Südkoreaner beim Klonen menschlicher Embryonen nicht aus dem Konzept bringen lassen. "Wir dürfen auf keinen Fall wie eine Hammelherde hinter Korea herlaufen", sagte Schöler.

Wichtig sei letztlich nur, daß eines Tages die Menschheit das Potential der Stammzellen-Therapie ausschöpfen könne. Deutschland habe sich auf Grund seiner Geschichte für einen anderen Weg entschieden und sollte nun sehen, daß es so schnell wie möglich eine praktikable Alternative zum Ansatz des Seouler Teams entwickelt.

Furcht davor, daß das Klonen embryonaler Stammzellen eines Tages das Klonen von Menschen ermöglichen könnte, hat Schöler nicht. Die Verlustrate beim Klonen sei katastrophal. Die Gesellschaft werde auch unvermeidliche Mißbildungen bei Menschen einfach nicht akzeptieren, sagt er.

Schöler war von den US-Zeitschriften "Science" und "Discovery" zu einem der führenden Forscher des Jahres 2003 gewählt worden. Nach fünf Jahren Forschung an der Universität von Pennsylvania in Kenneth Square folgt er im April einem Ruf an das Max-Planck-Institut in Münster. Der Stammzellforscher hat viel Aufmerksamkeit damit erlangt, daß es ihm erstmals gelungen ist, aus embryonalen Stammzellen von Mäusen Eizellen zu züchten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »