Ärzte Zeitung, 04.05.2004

KOMMENTAR

Halbherzige Stichtagsregelung

Von Peter Leiner

Von Anfang an war die Stichtagsregelung im Zusammenhang mit der Forschung an importierten humanen embryonalen Stammzellen für die Forscher unbefriedigend. Denn es war klar, daß mit der Zeit immer bessere Stammzellen zur Verfügung stehen und Forscher in Deutschland mit jenen Zellen, die nur vor dem 1. Januar 2002 gewonnen sein dürfen, international nie konkurrenzfähig sein würden. Stammzellforscher wie der Bonner Professor Oliver Brüstle wollen deshalb langfristig von der Stichtagsregelung wegkommen, wie er der "Financial Times Deutschland" vor kurzem gesagt hat.

Daß jetzt Wirtschaftsminister Wolfgang Clement noch einen Schritt weitergeht und dafür plädiert, es gesetzlich möglich zu machen, daß auch in Deutschland aus Embryonen, die bei der In-vitro-Fertilisation übriggeblieben sind, Stammzellen gewonnen werden dürfen, wird viele Forscher freuen. Es wird aber jene schmerzen, die geglaubt hatten, durch das Stammzellgesetz die Forschung mit solchen Zellen letztlich für immer verhindern zu können. Je mehr Staaten die Entwicklung neuer embryonaler Stammzellen zulassen, um so schwieriger wird es, diese Forschung hierzulande zu unterbinden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »