Ärzte Zeitung, 13.05.2005

BUCHTIP

Einblick in die Gentherapie

Bisher hat die Gentherapie für die Medizin nicht das gebracht, was viele sich seit dem ersten und einzigen Erfolg vor 15 Jahren erhofft hatten.

Damals gelang es dem US-Amerikaner French Anderson von den National Institutes of Health in Bethesda, ein vierjähriges Mädchen, das an dem seltenen angeborenen Immundefekt (SCID, severe combined immune deficiency) litt, mit genetisch veränderten T-Lymphozyten erfolgreich zu behandeln.

Den Zellen hatte er ein zusätzliches Gen eingebaut, das den Bauplan für ein fehlendes Enzym enthielt. Die körpereigenen genetisch veränderten Lymphozyten, die reinfundiert wurden, konnten tatsächlich das fehlende Enzym produzieren.

Einen Einblick in das, was Gentherapie eigentlich ist und woran Gentherapeuten derzeit forschen, gibt der Band "Gentherapie und Biotechnologie". Konzipiert wurde das Buch mit mehr als 500 Seiten als Einstieg in dieses Zukunftsgebiet der Medizin. Die Herausgeber wollen mit Buch dazu beitragen, daß in der Diskussion um das Pro und Contra der Gentherapie objektive Fakten und subjektive Bewertungen klar erkennbar werden.

Die 34 Autoren stellen zum einen die wissenschaftlichen Grundlagen der Gentherapie vor, zum anderen den Stand der Gentherapie etwa in der Kardiologie, Nephrologie, Pulmologie und Dermatologie sowie gegen HIV, aber auch in der Chirurgie und der Anästhesiologie. Eine gelungene Anregung für jene, die sich mit Gentherapie näher beschäftigen wollen. (ple)

Heiko von der Leyen, Claudia Wendt, Hans Armin Dieterich (Hrsg.): Gentherapie und Biotechnologie - Ansätze zu neuen Therapieformen in der Medizin. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2005, 548 Seiten, ISBN 3-8047-1917-1, 69 Euro.

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