Ärzte Zeitung, 25.11.2005

Führend in der Stammzellforschung

Poliklinik des Universitätsklinikums Heidelberg wird 200 Jahre alt / Festveranstaltung

HEIDELBERG (ag). Einst versorgte sie als Ambulanz kostenlos die Armen der Stadt. Heute gilt sie als führendes Zentrum für Stammzelltransplantationen und die Erforschung adulter Stammzellen. Auf 200 Jahre Medizingeschichte blickt die Poliklinik des Uniklinikums Heidelberg in diesem Jahr zurück, was am Samstag bei einer Festveranstaltung gewürdigt werden soll.

Professor Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, lädt Kollegen und die interessierte Öffentlichkeit zwischen 10 und 16 Uhr in den Hörsaal der Medizinischen Uniklinik, wo ab 16 Uhr auch eine Führung durchs Gebäude beginnen soll. In seinem Festvortrag will Professor Axel W. Bauer vom Institut für Geschichte der Medizin Heidelberg die Geschichte der Klinik darstellen.

Die ehemalige Poliklinik, jetzt die Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, ist seit vergangenem Jahr in einem der modernsten Klinikgebäude Europas untergebracht. Ziel ist es, so Ho, in den nächsten Jahrzehnten eine Technik zu entwickeln, welche die Stammzellen für eine regenerative Medizin verfügbar macht.

Als Pionierleistung hatte die Klinik 1985 weltweit erstmals eine erfolgreiche periphere Blutstammzelltransplantation vorgenommen. Bei einem Patienten mit Lymphdrüsenkrebs konnten wegen einer Anomalie des Knochenmarks nicht - wie bis dahin üblich - Stammzellen aus dem Mark des Beckenknochens entnommen werden.

Heute sind es jährlich 250 bis 270 Patienten, denen in Heidelberg Blutstammzellen übertragen werden. Bei 25 Prozent handelt es sich um allogene Transplantationen von fremden Spendern.

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