Ärzte Zeitung, 09.06.2006

Gentechnisches Gegengift bei Schlangenbissen

LONDON (ddp.vwd). Mit Hilfe der Gentechnik wollen Wissenschaftler ein universelles Gegengift bei Schlangenbissen entwickeln. Das Präparat soll außerdem billiger in der Herstellung sein als die herkömmlichen Gegengifte.

Bisher werden Schlangenseren aus Pferden gewonnen, denen eine nicht tödliche Dosis Schlangengift injiziert wurde. Das Verfahren ist teuer und die Seren wirken nur gegen Bisse einer Schlangenart. Wissenschaftler aus Liverpool haben jetzt anstelle des Originalgifts einer Schlange DNA-Abschnitte verwendet, die die zur Giftproduktion der Sandrasselotter relevante Erbinformation beinhaltet.

Die Forscher injizierten Mäusen die DNA und isolierten später aus dem Blut der Tiere ein Schlangenserum, das effektiver sei als herkömmliche Gegenmittel ("New Scientist" online, 6. Juni ). Zudem wirke das Mittel nicht nur gegen das Gift der Sandrasselotter, sondern auch gegen Gifte anderer Vipern.

Die Wissenschaftler hoffen, mit dem neuen Verfahren Schlangenseren herzustellen, die ein breites Spektrum von Schlangengiften abdecken können und eingesetzt werden, wenn der Gebissene die Schlangenart nicht identifizieren konnte, so die Forscher.

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