Ärzte Zeitung, 06.10.2006

Geklonte Tiere aus weißen Blutkörperchen

PITTSBURGH (ple). Tiere zu klonen, etwa zur Erforschung embryonaler Stammzellen, das gelingt offenbar mit ausdifferenzierten, sich nicht mehr weiter entwickelnden Zellen viel besser als - wie bisher vermutet - mit Stammzellen. Das haben jetzt US-Forscher nachgewiesen.

Sollten sich diese Klonergebnisse mit ausdifferenzierten Körperzellen bestätigen, würde dies die bisherige Hypothese über den Haufen werfen, nach der Klonen am effizientesten ist, wenn embryonale oder adulte Stammzellen verwendet werden. Beim Klonen, auch als Kerntransfer bezeichnet, wird ein Zellkern eines Organismus, der geklont werden soll, in eine entkernte Eizelle übertragen.

Weil Stammzellen ein großes Entwicklungspotential haben - entweder zu einem vollständigen Organismus (embryonale Stammzellen) oder zumindest zu mehreren Zellarten einer Zell-Linie wie die Blutzellen (adulte Stammzellen) -, hatte man bisher vermutet, daß Stammzellen am besten fürs Klonen geeignet sind.

Wie die Forscher jetzt berichten, hatten sie den besten Klonerfolg mit ausdifferenzierten Granulozyten (Nature Genetics-Online). Verglichen hatten sie das Klonergebnis mit dem bei Verwendung der Zellkerne hämatopoetischer Stammzellen und bereits etwas weiter entwickelter hämatopoetischer Vorläuferzellen. In den Versuchen mit Mäusen entwickelten sich in 35 Prozent der fast 1400 Klonversuche, bei denen Granulozyten verwendet wurden, Blastozysten. In zwei Fällen wurden sogar Mäuse nach Kaiserschnitt geboren, die aber kurz darauf starben.

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