Ärzte Zeitung, 02.11.2006

KOMMENTAR

Der Feind in unserem Erbgut

Von Peter Leiner

Manch einer kann es nicht glauben: Aber wir alle tragen in unserem Erbgut die Überreste von Viren aus längst vergangener Zeit - vor Millionen von Jahren - in uns.

Spätestens jetzt, nachdem Forscher die Bausteine zu infektiösen Viren - sinnigerweise mit Phoenix bezeichnet - zusammengesetzt haben, ist das nicht mehr zu bezweifeln. Viele solcher Virusreste stehen ja seit langem im Verdacht, Erkrankungen wie Krebs oder Schizophrenie zu begünstigen.

Mit der Virus-Rekonstruktion haben die Forscher den Weg geebnet, diese Zusammenhänge schneller als bisher möglich aufzuklären.

Mancher Tumor wird sich dann eines Tages möglicherweise nicht mehr als genetisch bedingte Erkrankung entpuppen, sondern als Virusinfektion - von innen. Das bedeutet auch, daß die Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit solchen Zellen verschärft werden müssen.

Lesen Sie dazu auch:
Fünf Millionen Jahre altes Virus rekonstruiert

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »