Ärzte Zeitung online, 09.10.2008

Deutsche gegen Klonen von Tieren für Lebensmittel

BRÜSSEL (dpa). Eine große Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge gegen das Klonen von Tieren für die Lebensmittelproduktion. 69 Prozent der Befragten meinten in einer Studie des Europäischen Statistikamtes Eurostat, dies sei "unter keinen Umständen zu rechtfertigen".

Im EU-weiten Schnitt waren es 58 Prozent. 71 Prozent der Deutschen kritisierten das Klonen als "unmoralisch", europaweit meinten dies 61 Prozent der Befragten, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. 86 Prozent der Deutschen warnten zudem, dass die langfristigen Folgen noch unbekannt seien, etwas mehr als der EU-Schnitt (84 Prozent).

Die Europäische Kommission überprüft derzeit, ob die mögliche Verwendung von Klonfleisch und -milch in Nahrungsmitteln eigens rechtlich geregelt werden muss. Experten gehen davon aus, dass es inzwischen weltweit mehrere tausend geklonte Rinder oder Schafe gibt.

Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat die Produkte als gesundheitlich unbedenklich freigegeben. Auch die EU-Lebensmittelbehörde EFSA sieht keine Unterschiede in Zusammensetzung oder Nährwert zwischen dem Fleisch und der Milch geklonter und herkömmlicher Tiere, empfiehlt aber weitere Untersuchungen, vor allem zum Tierwohl.

Der Deutsche Tierschutzbund rief die Kommission und die 27 EU-Mitgliedstaaten auf, das Klonen rundweg zu verbieten. "Schon der Umstand, dass oft weniger als zehn Prozent der Klone überhaupt bis zur Geburt überleben und die Tiere insgesamt sehr krankheitsanfällig sind, erklärt, warum die Menschen dieses Verbot wollen", sagte Vizepräsidentin Brigitte Rusche in Bonn.

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