Ärzte Zeitung online, 28.10.2008

Pflanzenschweiß schreckt nützliche Insekten ab

KARLSRUHE (dpa). "Pflanzenschweiß" stinkt Insekten: Wenn Pflanzen bei viel Hitze und Licht flüchtige Substanzen ausdünsten, verjagen sie damit nützliche Insekten, die sie sonst vor Schädlingen schützen. Abschreckend wirke vor allem der Kohlenwasserstoff Isopren, berichtete das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über eine Studie ihrer Forscher.

Isopren schützt bei großer Hitze den Mechanismus, mit dem Pflanzen aus Sonnenlicht Energie gewinnen, das sogenannte Photosynthese-System. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler um Privatdozent Jörg-Peter Schnitzler in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS; online vorab).

Pflanzen schützen sich vor Schädlingen, indem sie über Lockstoffe Schutzinsekten - zum Beispiel Wespen - zu Hilfe "rufen". Die KIT- Wissenschaftler hatten gemeinsam mit Forschern der niederländischen Universität Wageningen Pflanzen das Gen für die Produktion von Isopren eingepflanzt. Die genveränderten Pflanzen lockten weniger Schutzinsekten an, obwohl sie weiterhin im selben Ausmaß Lockstoff erzeugten.

Untersuchungen der Sinnesorgane von Schutzinsekten bestätigten zudem, dass diese Isopren riechen können. Damit sei erstmals nachgewiesen, dass der Schutzmechanismus gegen Überhitzung einen anderen, ebenfalls gasförmigen Schutzmechanismus abschwächen kann, schreiben die Forscher.

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