Ärzte Zeitung online, 27.03.2009

Stammzellen ohne Eingriff ins Erbgut erzeugt

MADISON (ple). Die Herstellung von humanen Stammzellen, die embryonalen Stammzellen sehr ähnlich sind, wird immer einfacher und sicherer - und diese Zellen somit eines Tages für eine Therapie nutzbar.

US-Forscher um Dr. James A. Thomson aus Madison, der 1998 weltweit als erster humane embryonale Stammzellen isoliert und kultiviert hatte, haben jetzt Vorhautzellen eines Neugeborenen in embryonale Stammzellen ohne fremde Gene verwandelt. Bisher enthielten solche als induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) bezeichneten Zellen noch fremde Gene, die für die Verwandlung benötigt wurden. Thomson und seine Kollegen nutzten nun eine Methode, bei der sich die Menge solcher Gensequenzen mit jeder Zellteilung verringerte, bis schließlich embryonale Stammzellen entstanden, die keine fremden Gene mehr enthielten (ScienceExpress online). Hauptvorteil war, dass die für die sogenannte Reprogrammierung erforderlichen Gensequenzen sich nicht in das Erbgut integrierten.

Den Forschern gelang es schließlich, die iPS-Zellen in Zellen aller drei Keimblätter - also Ektoderm, Mesoderm und Endoderm - zu differenzieren. Die aus Vorhautzellen entstandenen iPS-Zellen blieben in der Zellkultur mindestens sieben Monate lang unverändert.

Vor kurzem hatten bereits Forscher iPS ohne Fremdgene aus Hautzellen hergestellt. Dazu integrierten sie die Gene, die für die Reprogrammierung nötig sind, zunächst ins Erbgut, und schnitten sie mithilfe des Enzyms Recombinase nach getaner Arbeit wieder heraus. Werden die Fremdgene nicht entfernt, besteht die Gefahr, dass sie Krebs auslösen.

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