Ärzte Zeitung, 15.11.2004

Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie

Europaweites Netzwerk setzt sich für Anerkennung der Homöopathie und Erhalt der Naturheilmittel ein

FRANKFURT AM MAIN (ple). Immer mehr Patienten nutzen homöopathische Arzneimittel als zusätzliche Medikation. Doch es wird noch einige Zeit dauern, bis die Homöopathie als Teilbereich der Medizin adäquat anerkannt wird, obwohl auch wissenschaftlich gezeigt worden ist, daß Homöopathie wirkt.

Aus der Grundlagenforschung und den Daten von Metaanalysen gibt es Belege, daß homöopathische Arzneimittel wirksam sind. So haben zum Beispiel französische Forscher belegt, daß Azetylsalizylsäure in einer D18-Potenzierung noch Einfluß auf die Plättchenaggregation hat. D18 bedeutet 18 mal die Verdünnung 1 zu 10.

Dr. Wilfried Stock aus Sinsheim erinnerte beim 1. Europäischen Symposium der vor drei Jahren gegründeten Association of Natural Medicine in Europe e. V. (ANME) in Frankfurt am Main auch daran, daß österreichische Forscher in Graz beobachtet hatten, wie Thyroxin in einer D30-Potenzierung bei Kaulquappen noch Wachstumsverzögerungen hervorrief. Schließlich belegten Metaanalysen, etwa jene 1997 in "The Lancet" (350, 1997, 384) publizierte Analyse, die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel.

Um die Anerkennung der Homöopathie weiter zu verbessern, sei es sinnvoll, so Stock, künftig mit Hilfe der EDV mehr als bisher die Erfahrungen von Ärzten und Heilpraktikern mit Homöopathika in der Praxis detailliert festzuhalten und nach Diskussionen etwa in Qualitätszirkeln zu publizieren. "Das wäre ein großer Schritt nach vorne", sagte Stock, Mitglied der ECHAMP (European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products).

Die ANME setzt sich für den dauerhaften Erhalt der Naturheilmittel und der Therapiefreiheit in Europa ein. Der Verband ist ein europaweites Netzwerk von naturheilkundlich tätigen Organisationen und Personen in den Mitgliedstaaten der EU.

Weitere Infos zur ANME finden Sie unter www.anme.info

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »