Ärzte Zeitung, 06.12.2006

Komplexmittel fördert Blutfluß in Arteriolen

Bei vestibulärem Schwindel wirkt Komplexhomöopathikum schon nach Tagen / Wundheilung wird beschleunigt

BERLIN (gvg). Untersuchungen mit Intravitalmikroskopie deuten darauf hin, daß eine homöopathische Kombinationstherapie nachweisbare Effekte auf die Mikrozirkulation haben kann. Die Fähigkeit der Widerstandsgefäße sich zu kontrahieren wird dadurch erhöht. Die Blutströmung nimmt zu.

Typisch bei diabetischem Fußulkus ist die gestörte Wundheilung. Eine Kollegin hat gute Erfahrungen mit einer homöopathische Kombitherapie gemacht. Foto: Klaro

In einer Studie wurden 32 ambulante Patienten mit vestibulärem Schwindel vor und nach der Therapie mit dem Komplexhomöopathikum Vertigoheel® untersucht. Das Präparat enthält mehrere homöopathische Wirkstoffe, die sich günstig auf die Mikrozirkulation auswirken sollen. "Mit Hilfe der Intravitalmikroskopie konnte das direkt beobachtet werden", sagte Dr. Detlef Köhnke aus der Forschungsabteilung des Unternehmens Heel, dem Hersteller des Präparats.

Mit Intravitalmikroskopie wird die Mikrozirkulation untersucht

Bei der Intravitalmikroskopie wird die Haut so belichtet, daß Arteriolen und Venolen in einer Tiefe von drei bis acht Millimeter direkt untersucht werden können. Damit können vor und nach Behandlungen eine Reihe von funktionellen Parametern bewertet werden, darunter der Strömungsfluß, der Verteilungszustand des Blutes und die Beweglichkeit der Gefäße (Vasomotion).

Die Behandlung mit dem Komplexhomöopathikum hat einen positiven Effekt auf die funktionellen Variablen der Mikrozirkulation, wie Köhnke auf einem vom Unternehmen unterstützten Symposium bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie in Berlin sagte. An den beiden Meßpunkten Ohr und Arm verbesserten sich in der noch nicht publizierten Untersuchung Strömungsfluß und Kontraktilität in Arteriolen und Venolen deutlich, so Köhnke. Bei einer unbehandelten Kontrollgruppe trat der Effekt nicht auf.

Tinnituspatienten profitieren innerhalb von wenigen Tagen

Dr. Ulrike Keim, niedergelassene Internistin und Homöopathie-Expertin aus Bonn, berichtete anhand von Kasuistiken von klinischen Erfahrungen mit dem Präparat bei verschiedenen Problemen, die mit Störungen der Mikrozirkulation einher gehen. So eigne sich das Komplexhomöopathikum besonders bei Tinnituspatienten, bei denen sich die Symptome häufig innerhalb von wenigen Tage besserten.

Ebenfalls gute Erfahrungen habe Keim bei Patienten mit diabetischem Fußulkus gemacht. Hier berichtet die Internistin von einer multimodalen Therapie, wobei die Wunde selbst zunächst mit Procain und später mit Traumeel®-Ampullen versorgt wird. Ergänzend dazu könnten als orale Medikation die Mittel Vertigoheel® und Traumeel® in Tablettenform verschrieben werden. Durch diesen kombinierten Ansatz könnten auch zuvor therapieresistente Ulzera oft zum Ausheilen gebracht werden, so Keim.

STICHWORT

Komplexmittel in der Homöopathie

Komplexhomöopathika enthalten aufeinander abgestimmte Einzelkomponenten, die ein breites Beschwerdespektrum abdecken. Solche Beschwerdesyndrome, etwa bei Erkältungen, werden auch bewährte Indikationen genannt. Auf sie sind Komplexmittel abgestimmt. Viele Kollegen, die Homöopathie anwenden, nutzen solche Komplexhomöopathika, etwa auch bei Patienten, die nicht in allen Einzelheiten ihre Beschwerden schildern können, wie das für die klassische Homöopathie erforderlich ist. Vertreter der klassischen Homöopathie lehnen Komplexmittel ab; sie nutzen Einzelmittel. (eb)

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