Donnerstag, 27. November 2014
Ärzte Zeitung, 18.06.2007

Küchenzwiebel D6 stoppt Fließschnupfen

Homöopathika sollen Selbstheilungskräfte stimulieren / Therapie sofort bei ersten Beschwerden wie Heiserkeit oder Schnupfen

Von Ursula Armstrong

Man ist verschwitzt und freut sich über jede Abkühlung im Wind oder Durchzug, und deshalb sind im Sommer Halsschmerzen, Heiserkeit und Schnupfen verbreitet. Bei solchen Erkrankungen können auch Homöopathika zum Einsatz kommen. Wichtig ist, schon bei den ersten Beschwerden mit der Therapie zu beginnen. Die Mittel sollen die Selbstheilungskräfte stimulieren. Bei der Auswahl kann man sich auch in der Homöopathie an Symptomen orientieren. Zu berücksichtigen ist, welche Bedingungen die Beschwerden schlimmer oder besser machen.

Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit - bei solchen Beschwerden können auch Homöopathika genutzt werden. Foto: dpa

In der Homöopathie noch nicht so erfahrene Kollegen verschreiben am besten tiefe Potenzen wie D4 oder D6. Dosiermöglichkeiten bei akuten Beschwerden bei D6: alle 30 Minuten bis jede Stunde fünf Tropfen, fünf Globuli oder eine Tablette bis zum Eintritt einer Besserung, höchstens jedoch sechsmal täglich.

Phytolacca, Belladonna oder Apis mellifica bei Tonsillitis

Phytolacca D6 kann bei Angina tonsillaris das richtige Mittel sein, wenn die Schmerzen an den Mandeln bis in die Ohren ausstrahlen, die Tonsillen dunkelrot sind und brennen, und wenn sich die Schmerzen durch warme Getränke verschlimmern.

Belladonna D6 hilft bei hochroten, schmerzhaften Tonsillen, Schluckzwang und trockenem Mund mit himbeerfarbener Zunge. Die Halsschmerzen sind heftig, wund und pochend. Häufig haben die Patienten auch Fieber. Warme Getränke bringen ihnen eine Besserung.

Apis mellifica D6 passt bei eher stechenden Halsschmerzen und schmerzhaften, ödematösen, entzündeten Tonsillen. Typisch für diese Patienten: Trotz trockener Schleimhäute haben sie keinen Durst.

Bei Laryngitis wirken Aconitum und Arum triphyllum

Arum triphyllum D6 ist bewährt bei Laryngitis mit stark geschwollener Schleimhaut im oberen Rachenbereich und starken Schmerzen. Die Stimme der Patienten ist unsicher und schwankt, mal ist sie rau und tief, mal überschlagend oder kreischend. Die Entzündung beginnt meist rechts und zieht nach links. Das Mittel hat sich bei Heiserkeit und Aphonie sowie zur Stimmpflege bei Sängern und Rednern bewährt.

Aconitum D6 ist das Mittel der Wahl bei Heiserkeit mit Rasseln im Kehlkopf plötzlich nach Singen oder Sprechen. Auslöser sind oft trockene, kalte Winde, auch Schreck oder Schock.

Allium cepa - oft gut bei Rhinitis

Je nach den Details der Symptome können bei Rhinitis viele verschiedene Homöopathika eingesetzt werden.

Allium cepa D6 ist ein häufig verwendetes Mittel. Dieses Mittel aus der Küchenzwiebel, wird getreu des Simile-Prinzips bei Fließschnupfen mit wund machendem, scharfem Nasensekret und milden Tränen eingesetzt wird.

Luffa operculata D6 wird auch oft genutzt, etwa wenn die Nase verstopft ist, es zeitweilig zu Fließschnupfen kommt und die Schleimhäute trocken oder atrophiert sind.

Pulsatilla D6 ist ebenfalls ein bewährtes Mittel bei Schnupfen mit reichlichen, dicken, gelben Absonderungen. Patienten berichten über eine Besserung durch frische Luft.

|
Weitere Beiträge zur Serie:
"Homöopathie in der Praxis"
Folge 14




Folge 13




Folge 12




Folge 11




Folge 10




Folge 9




Folge 8




Folge 7



Folge 6




Folge 5



Folge 4



Folge 3



Folge 2



Folge 1



Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text