Ärzte Zeitung, 18.10.2004
Ozonbehandlung fördert die Durchblutung im Gewebe
Ozonwirkungen beruhen primär auf einer Modulation der Immunzellen / Auch die Struktur der Hämoglobinmoleküle verändert sich
FREUDENSTADT (otc). Die Ozontherapie tötet nicht nur Bakterien und Pilze und inaktiviert Viren. Sie fördert auch die Durchblutung, mobilisiert die Immunabwehr und aktiviert den Stoffwechsel. Gerade ältere Patienten profitieren daher von einer Ozontherapie.
Medizinisches Ozon - ein Gemisch aus reinem Ozon (0,05 bis 5 Prozent) und reinem Sauerstoff - werde außer bei Durchblutungsstörungen auch bei Hautulzera und -läsionen, bei bakteriellen Infektionen und viralen Erkrankungen und additiv bei Krebserkrankungen erfolgreich eingesetzt, sagte Dr. Michael Schreiber auf dem 107. Kongreß des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin in Freudenstadt.
Das Medizinische Ozon kann unterschiedlich appliziert werden, systemisch zum Beispiel bei einer großen Ozon-Eigenblutbehandlung, berichtete der Internist und Facharzt für Naturheilverfahren in Aystetten. Er komme in seiner Praxis auf etwa 1000 Anwendungen pro Jahr. Dabei werden den Patienten 50 bis 100 ml venöses Blut entnommen, in einer Flasche mit Natriumzitrat mit dem medizinischen Ozon-Sauerstoff-Gemisch versetzt und als Tropfinfusion retransfundiert. Die Ozondosierung beträgt dabei je nach Indikation 10 bis 40 µg pro Milliliter Blut.
Weitere systemische Applikationen sind die rektale Ozoninsufflation, etwa bei Proktitis oder Kolitis oder die kleine Eigenblutbehandlung bei Allergien, Akne und Furunkulose. Zudem kann das Ozon topisch und intraartikulär bei rheumatischen Gelenkerkrankungen angewendet werden.
Die Ozon-Wirkung beruhe primär auf einer Modulation der immunkompetenten Zellen. Außerdem würden der Erythrozyten-Stoffwechsel und die körpereigenen Antioxydantien aktiviert, sagte Dr. rer. nat. Renate Viebahn-Hänsler aus Iffezheim von der Ärztlichen Gesellschaft für Ozon-Anwendung in Prävention und Therapie e.V..
Beim Kontakt mit dem Blut lagere sich Ozon an ungesättigte Fettsäuren in der Zellmembran an. Dann würden Zytokine freigesetzt, das Immunsystem werde angekurbelt. Zudem verändere sich das Hämoglobinmolekül so, daß der Sauerstoff weniger fest gebunden und leichter abgegeben werde. Dies führe zu einer besseren Sauerstoffversorgung in peripheren Gefäßen und im Gewebe.
Weitere Infomationen gibt es im Web unter www.ozongesellschaft.de
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