Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 24.02.2010

Weltweit erstes Forschungsinstitut für Alpine Notfallmedizin eröffnet

BOZEN (eb). In Bozen hat das Institut für Alpine Notfallmedizin eröffnet. Ziel des Institutes ist es, die Rettung und Behandlung von Berg-Unfallopfern kontinuierlich zu verbessern. So analysieren die Wissenschaftler beispielsweise Daten von Lawinenunfällen.

Im Gebirge erschweren logistische und klimatische Verhältnisse Diagnose und Behandlung von Verletzten. Es ist deshalb wichtig, die technologischen und medizinischen Errungenschaften auf Notsituationen im Gebirge anzupassen. In diesem speziellen Gebiet zu forschen ist Aufgabe des weltweit ersten Instituts für Alpine Notfallmedizin, an der Europäischen Akademie Bozen (EURAC).

Institutsleiter ist Bergrettungsarzt Dr. Hermann Brugger. Als langjähriger Präsident der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin (ICAR) hat er die Entwicklung dieses Fachgebiets von Anfang an mitbestimmt.

Die Forschungsziele des Instituts betreffen alle Bereiche der Alpinen Notfallmedizin mit dem Ziel, die Rettung und Behandlung von Berg-Unfallopfern kontinuierlich zu verbessern. "In erster Linie leisten wir Netzwerkarbeit. Aus Ideen entstehen Projekte, an denen Mitarbeiter aus der ganzen Welt beteiligt sind. Wir planen, koordinieren und führen gemeinsam mit diesen Experten die Projekte durch", so Brugger.

So analysieren die Wissenschaftler etwa Daten von Lawinenunfällen. Giacomo Strapazzon, Mitarbeiter am Institut, erläuterte eine Fallstudie, bei der die Herzfrequenz während einer Lawinenverschüttung aufgezeichnet wurde. Aus diesem Beispiel kann man schließen, dass in Einzelfällen Menschen auch mehrere Stunden unter einer Lawine überleben können.

Neben klinischen und experimentellen Studien sollen an der EURAC auch Datenbanken erstellt werden. Erfasst werden sollen Häufigkeit, Art der Behandlung und Prognose von spezifischen Krankheiten wie Unterkühlung, Erfrierung und schweren traumatischen Verletzungen. Die Datenbanken und deren Auswertung können die Grundlage sein für die Ausarbeitung von Behandlungsrichtlinien, die zusammen mit der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin ICAR MEDCOM erarbeitet werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Instituts Alpine Notfallmedizin

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