Ärzte Zeitung, 10.09.2004

Smog durch Autoabgase hemmt Lungen-Entwicklung bei Kindern

Abgase beeinträchtigen Lungenleistung ähnlich wie Qualm durch rauchende Mütter

LOS ANGELES (mut). Bei Kindern, die in verschmutzter Luft aufwachsen, wird die Entwicklung der Lunge beeinträchtigt. So nimmt bei solchen Kindern die Lungenleistung innerhalb von acht Jahren deutlich weniger zu als bei Kindern in gering belasteten Gebieten.

Smog über Peking. Wenn Kinder über Jahre Autoabgase einatmen, entwickelt sich ihre Lungenfunktion deutlich schlechter als bei Kindern in weniger belasteten Gebieten, legt jetzt eine Studie nahe. Foto: dpa

Zu diesem Schluß kommen Forscher von der Universität von Los Angeles. Sie hatten über 1750 Schulkinder im Alter von zehn Jahren acht Jahre lang beobachtet. Die Kinder stammten aus zwölf verschiedenen Gemeinden in Kalifornien mit unterschiedlich starker Luftverschmutzung.

Die Forscher hatten die Lungenfunktion der Kinder und Jugendlichen jährlich bestimmt. Schließlich verglichen sie die Entwicklung der Lungenfunktion über acht Jahre mit den Konzentrationen verschiedender Luftschadstoffe, wie sie in den jeweiligen Regionen von Meßstationen erfaßt wurden. Berücksichtigt wurden unter anderem Stickstoffdioxid (NO2), Staubpartikel unter 2,5 µm Durchmesser, Rußpartikel, Säuren und Ozon.

Das Ergebnis: Im Schnitt nahm das FEV1 (Forciertes Exspiratorisches Volumen nach einer Sekunde) in acht Jahren um 1340 ml bei den Mädchen und um 2380 ml bei den Jungen zu. Die Zunahme des FEV1 hing jedoch deutlich von der Konzentration bestimmter Luftschadstoffe ab. In Gebieten mit hoher NO2-Belastung (über 40 ppb - parts per billion) betrug die FEV1-Zunahme im Schnitt etwa 100 ml weniger als in Gebieten mit niedriger NO2-Belastung (unter 1 ppb).

Der Unterschied war signifikant. Eine ähnlich stark reduzierte FEV1-Zunahme wurde für eine hohe Luftkonzentration von Säuren (über 10 ppb), von 2,5 -µm-Partikeln (über 25 µg/m3) und von Rußpartikeln (über 1 µg/m3) bestimmt. Als Hauptquelle für diese Schadstoffe nennen die Autoren Autoabgase (NEJM 351, 2004, 1057). Keinen Zusammenhang gab es zwischen FEV1-Zunahme und der Ozonkonzentration.

Nach diesen Daten wird die Entwicklung der Lungenfunktion bei Kindern in mit Autoabgasen stark belasteten Gebieten ähnlich eingeschränkt wie bei Kindern, deren Mütter rauchen, so die Forscher.

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