Ärzte Zeitung, 28.02.2007

Tonerstaub - Toxikologen für Risikobewertung

Nur epidemiologische Studie kann Hinweise auf Gefährdung geben / Gießener Forscher sehen Hersteller in der Pflicht

GIESSEN (mwo). Der Streit um mögliche Gesundheitsschäden durch Tonerstaub geht weiter.

Aus der medizinischen Untersuchung von 69 Probanden der Gießener Toner-Studie lasse sich eine Gefährdung ebenso wenig wie eine Entwarnung ableiten, sagte der Leiter der Studie, Professor Volker Mersch-Sundermann vom Institut für Innenraum- und Umwelttoxikologie am Universitätsklinikum Gießen der "Ärzte Zeitung".

Sein Institut hatte die Innenluft von 63 Büroräumen gemessen. Danach geben Laserdrucker und Kopierer vor allem beim Start Feinststäube ab, die gesundheitsschädlich sein könnten. Parallel dazu hatte Professorin Caroline Herr vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Gießener Uni 69 Beschäftigte dieser Büros untersucht.

Klinische Parameter, etwa Indikatoren für Entzündungen oder Allergien, seien unauffällig gewesen, sagte Mersch-Sundermann. Eine Befragung habe aber deutlich häufigere "unspezifische Beschwerden" ergeben, etwa Kopfschmerzen oder eine Reizung der Atemwege. Dies seien Anzeichen für das so genannte Sick Building Syndrom.

"Es gibt also ein erhebliches gesundheitliches Problem", heißt es in einer Stellungnahme der Interessengemeinschaft Tonergeschädigter in Hamburg. Der Industrieverband Bitkom in Berlin sieht die "hohe Benutzersicherheit von Laserdruckern bestätigt". Mersch-Sundermann kritisierte, Schlussfolgerungen seien in keine Richtung möglich. Es handele sich um eine Pilotstudie, um Instrumente für eine epidemiologische Studie zu testen. Für eine solche Studie müssten allerdings 2000 bis 3000 Probanden samt Büros untersucht werden, mit Kosten von bis zu einer Million Euro. Mersch-Sundermann forderte die Hersteller auf, "etwas für die Risikobewertung zu tun.

Weitere Infos: www.bfr.bund.de und www.krank-durch-toner.de

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Tonerstaub - eine Studie muss her!

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