Ärzte Zeitung, 24.10.2007

Mehr Mädchen durch Umweltgifte?

Nahe Ölraffinerien und Metallhütten kommen mehr Mädchen als Jungen zur Welt

ONTARIO (dpa). Umweltgifte beeinflussen möglicherweise das Geburtenverhältnis von Mädchen und Jungen: Forscher haben in fast 90 belasteten kanadischen Gemeinden eine Umkehr des natürlichen Verhältnisses beobachtet.

In den untersuchten Orten werden - anders als normal - mehr Mädchen als Jungen geboren. Normalerweise kommen auf 51 neugeborene Jungen 49 Mädchen. In den untersuchten Gemeinden, die alle in der Nähe von Ölraffinerien, Papierfabriken, Metallhütten oder anderen energieintensiven Industriebetrieben liegen, hat sich dieses Geschlechterverhältnis umgekehrt - bis zu einer Zahl von 54 Mädchen auf nur 46 Jungen.

In den betroffenen Orten sei die Luft durch die Industriebetriebe besonders belastet, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Environmental Science & Technology" (41, 2007, 7185). Sie stützen sich in ihre Arbeit auf Auswertungen einer Umweltdatenbank, die Luftverschmutzung, Krebsdaten und andere Faktoren miteinander in Verbindung setzt.

Als mögliche Ursache für die Umkehrung des Geburtenverhältnisses nennen die Forscher eine erhöhte Dioxinbelastung in den untersuchten Gemeinden.

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