Ärzte Zeitung online, 24.02.2010

Israelische Ärzte retten Penis nach missglückter Beschneidung

JERUSALEM (dpa). Israelische Ärzte haben mit einer neuen Behandlungsmethode den nach einer missglückten Beschneidung auf drei Zentimeter zusammengeschrumpften Penis eines jungen Moslems gerettet.

Ärzten des Karmel-Krankenhauses in Haifa sei es gelungen, die Funktion des Sexualorgans wiederherzustellen und seine Ausdehnung auf insgesamt elf Zentimeter zu ermöglichen, berichteten israelische Medien am Dienstag.

Den Angaben zufolge hatte sich der heute 21-jährige Mann aus einem Dorf im Norden Israels vor gut zwei Jahren aus religiösen Gründen beschneiden lassen. Bei diesem Eingriff sei jedoch der Penis verletzt worden und daraufhin vernarbt und zusammengeschrumpft. Das Narbengewebe habe auch seine Ausdehnung verhindert. Als die damalige Verlobte hörte, dass der Mann seinen ehelichen Pflichten nicht nachkommen könne, habe sie ihn verlassen, hieß es weiter. Inzwischen habe er eine neue Verlobte.

In Israel werden jährlich zehntausende Jungen beschnitten, sowohl aus jüdischen wie aus muslimischen Familien. Den Angaben zufolge setzte das Ärzte-Team unter Leitung von Professor Jaron Har-Schai bei der Operation eine Technik ein, die sonst bei Verbrennungen im Bereich der Hände und des Gesichts angewendet wird. Dies habe eine Dehnung des vernarbten Gewebes ermöglicht. Die Methode sei im Falle von Komplikationen auch für Babys geeignet, sagte Har-Schai der israelischen Zeitung "Jerusalem Post".

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